Baum

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Note to self | WEBLOG | Superhelden des Alltags

Das Gras auf der anderen Seite

sparrow | 26. Juni 2006, 11:56 | Daily Sparrow

oder in meinem Fall: Milch.

Ich war vielleicht vierzehn oder fünfzehn, als mein Heilpraktiker wegen einer Desensibilisierung und akuter Akne den Genuß von Tomaten untersagte.
Bis dahin war ich gegen nichts wirklich richtig allergisch gewesen, durfte Nüsse nach Herzenslust naschen, auch wenn die Pollen flogen, Mandeln, Erdbeeren - alles kein Problem. Jetzt auf einmal Tomaten.
Ich mochte Tomaten im Salat oder auf Brot, war aber sicherlich kein Tomatennarr, der Stühle durch die Gegend warf, wenn die tägliche Dosis nicht ausgereicht hatte. Pizza allerdings fand ich klasse. Pastasaucen in jeder Coleur auch (solange rot).
Der plötzliche Tomatenstopp löste bei mir jedoch ein unstillbares Verlangen nach Tomaten aus. Ketchup! Pizza! Irgendwas! Ich träumte von einer großen Pizza Margherita, die mich verfolgte. Mein Mund wurde wässerig beim Gedanken an einen leckeren Bauernsalat mit Tomaten, die nach Sonne schmeckten.

Irgendwann kochten meine Eltern Polenta. Mit Tomatensauce. Ich habe geschrien und gebrüllt und ihnen vorgehalten, sie seien grausam und ohne Mitleid. Das ich mich nicht auf den Boden geworfen und mit den Fäusten getrommelt habe, war alles. Die Türen habe ich allerdings geknallt. Überhaupt war ich vier Wochen lang permanent schlecht gelaunt.

Jetzt darf ich keine Milchprodukte essen. Ich liebe Milch. Kakao. Käse. Oh Gott, jetzt ein Butterbrot mit Camenbert. Oder einen Salat mit Schafskäse. Eiscreme. Argh. Der andere Schatz freut sich schon.

Lustigerweise fällt mir der Zigarettenstopp viel leichter als der Milchstopp.



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