Als ich Sasa kennenlernte war ich zarte Zwanzig und gerade in der entsprechenden Laune Unfug zu treiben. Also setzte ich mich eines Samstags in den Zug und fuhr bei 30° Grad von Unna nach Mannheim. Einfach so. Um einen wildfremden Mann zu treffen, von dem ich wusste, dass er seine Nächte als Nachtportier in einem Hotel fristete. Tagsüber studierte er irgendetwas Wildes mit Literatur und schrieb.
Er hatte langes dunkles Haar und sah so aus, wie ich mir wilde Elfen aus kitschigen Fantasy-Romanen vorstellte. Ich war hingerissen und zwar auch noch als die herrliche Sommerliebe den grausamen Wintertod starb. Seine Liebesbriefe sind nach wie vor die schönsten und zauberhaftesten, die ich je bekommen habe.
Einige Jahre später hat der Herr einige Preise im Schrank, unter anderem den Bachmann-Publikumspreis und einen DSA Fanfiction Award (?) und bereitet sich auf die Veröffentlichung seines ersten Romans vor.
Der erste Auszug aus "Wie der Soldat das Grammofon repariert" findet sich hier, gelesen vom Autor selbst.
Die Presse überschlägt sich jetzt schon:
huhu!
Warum fühle ich mich gerade wie in einem kafkaesken déjà vu? :)
Ich werde mal alte Gästebücher nach Raritäten durchstöbern gehen... ;)
ach ach ach ach, DIE Sommerliebe, was für schöne Erinnerungen! Vielen Dank und außerordentlichstherzlichste Grüße,
S