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Not so very nice people in Joburg | WEBLOG | Gone with the Herd

Vom anderen Ende der Welt

sparrow | 06. April 1999, 12:59 | ganz alter Kram

Suedafrikanisches Diario

Einmonatige Diario - Pause ist genug. Die Pause allerdings hab ich bestens genutzt. Wer haette gedacht, dass es offline soviel Interessantes gibt? :o)
Sued Afrika ist so wunder-, wunderschoen, dass ich manchmal kaum zu atmen wage, aus Angst aufzuwachen.
Bevor ich Euch mit all meinen Abenteuern begluecke, moechte ich meinen Eltern danken, die mir diese Erfahrung moeglich machen. Danke, danke, danke. Tausendmal.

Der Flug hierher ging ohne Probleme von statten, wenn man mal von kleineren Komplikationen absieht. (Wie zum Beispiel die Tatsache, dass keine Sindy in Paris auftauchte, wo das Flugzeug nach Johannesburg wartete. Die war naemlich in Berlin stecken geblieben und erreichte Charles de Gaule genau fuenf Minuten nach elf. Exakt die fuenf Minuten nach elf, die den Unterschied zwischen Flugzeug kriegen und nicht kriegen ausmachten. Sie kam dann einen Tag spaeter herzlich genervt in Pietersburg an.)
Derzeitig residiere ich in der University of the North in einem wunderschoenen, riesigen Haus, das wir zwei beide voellig allein bevoelkern. Abgesehen von einigen Nebensaechlichkeiten (diverse Engpaesse, was das Kuecheninventar betrifft) ein absoluter Luxusbau. Wir koennen all abendlich zwischen drei Badezimmern auswaehlen und haben ein Wohnzimmer, das alleine schon groesser, als meine komplette Wohnung ist. Von den fuenf Schlafzimmern, dem Kaminzimmer und der Veranda gar nicht zu reden.

Momentan sind wir schwer damit beschaeftigt, uns ueber die Osterfeiertag zu vergnuegen. Mit von der Partie ist Rabsi, die den Mut hatte, ganz allein und ohne Mama mal eben nach Afrika zu fliegen, um die grosse Schwester zur Verzweifelung zu treiben. (Tut sie eigentlich gar nicht, die suesse Maus. Ich sag nur Suedafrikanische Parties und "Hier dreht sich alles!" - kleiner Insider, fuer den sie mich wahrscheinlich hauen wird.)

Heute hatten wir eine sehr erquickliche Wasserschlacht, die sich bedauerlichweise irgendwann ins Haus verlegte. Einige Schraenke und diverse Outfits wurden in Mitleidenschaft gezogen. Aber nichts ist so zuenftig, wie eine ordentliche Wasserschlacht.
Mike von dem Haus nebenan betrachtete uns quietschende Weiber mit sichtlichem Vergnuegen. :o)

Samstag haben wir uns den Luxus gegoennt, mit einem Mietauto durch ein Wildreservat zu fahren. Was haben wir nicht alles gesehen. Zebras und Giraffen und Gnus und Schildkroeten, ein Hippo und gar das Hinterteil eines Rhinos, das da friedlich am Wegesrand graste. Hab ich alles phototechnisch festgehalten.
In solchen Momenten fehlt mir Lorenz mit seinem fuenf Kilo Phototaeschen und dem Polfilter. Seine Photos wuerden das Beste aus der Situation rausholen, waehrend ich immer hoffe, das meine nicht verwackeln. Scharf sind sie ja, dank Auto Focus. (Und wir werfen uns auf die Knie und danken dem Erfinder desselbigen, auf das er im Himmel einen blauen Stuhl mit Sternchen bekommt.)

Das ist allerdings nicht der einzige Moment, in dem er mir fehlt. Nur, das keine Missverstaendnisse aufkommen.

Mittwoch werden wir uns gen Joburg aufmachen (so heisst Johannesburg, wenn man cool sein moechte - und das moechte ich natuerlich), um das Rabsi sicher in den Richtigen Flieger zu setzen. Und selbstverstaendlich auch, um an ein paar afrikanische Kunstgegenstaende heranzukommen.
Geschickt gehandelt und schon bekommt man den allerschoensten Spazierstock, reich geschnitzt und ein wahres Meisterwerk, fuer quasi nix. Will heissen fuer 100 Rand. Was bin ich doch fuer ein Fuchs. Ein Profi auf dem Gebiet des Handelns. Jaja.

Euch allen sei weiterhin schoenes Fruehlingswetter beschert. Ich werde weiterhin mich auf den Winter vorbereiten, waehrend ich Lichisaft schluerfend bei 28 Grad auf der Veranda liege.
Was werdet Ihr mich alle um meinen karamelfarbenen Teint beneiden. (Sonnenbrand? Ach was! Ich doch nicht. Niemals nimmer nicht. Wer? Auf den Fuessen? Weil nicht eingecremt? So was passiert doch nur Schwachkoepfen!)



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