Baum

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FH-Ball Recap | WEBLOG | Als ich klein war...

Abenteuer Einkauf

sparrow | 05. Februar 2000, 22:12 | ganz alter Kram

Das Maskottchen des Extra Marktes ist ein kleiner grüner Außerirdischer. Vor Jahren klaute meine Sindyline ein Plakat mit der Aufschrift "Schön, daß sie da sind". Seither begrüßt mich ein kleiner, grüner Außerirdischer mit einer perfekten Verbeugung und eben jenem Spruch, wenn ich nach Hause komme. Ich mag es, freundlich begrüßt zu werden.
Im Extra Markt marschiere ich zuerst durch die Obstabteilung. Knackige Äpfel neben goldgelben Bananen und hübschen, roten Radischen erinnern mich daran, daß ich mich ja eigentlich gesunder ernähren wollte. Ich packe pflichtschuldig Gurken und Tomaten ein. An der Waage stehen Küchenkräuter in kleinen Töpfchen. Im Sommer werde ich wieder Kräuter auf der Fensterbank ziehen. Es gibt nichts besseres, als den Geschmack frischer Kräuter an einem leckeren Sommersalat. Eine Oma mit Hütchen drängelt sich an mir vorbei und vergreift sich an den eingelegten Oliven.
Das Milch- und Käseregal meide ich heute. Ich wandere zielstrebig zur Tiefkühltruhe und betrachte die Kroketten. McCain oder doch lieber Tip? Ach, was soll's, heute tu ich mir was Gutes.
An der Theke für frische Backwaren halte ich mich nicht auf. Von dem Geruch wird mir übel. Gleich daneben finde ich den Ständer mit Kostümen und lustigen Pappnasen, die mich daran erinnern, daß ich Karneval schon immer blöd fand, weil ich nie Funkemariechen sein durfte. (Heute reizen mich die roten Lederstiefelchen und Spitzenhöschen nicht mehr. Ich ziehe es vor, warm und bequem gekleidet zu sein.)
Am Ketchup vorbei. Normal, scharf, Hot & Chili, Knoblauch, light, Heinz, sonnengereifte Tomaten. Wieviel Ketchup es gibt.. Ich mag keinen Ketchup, aber ich mag Nudel Up. Ein Glas findet den Weg in meinen Einkaufsbeutel.
Eine Haifischblondine weist ihren verängstigten Begleiter scharf zurecht, weil er es wagte No-Name-Produkte in den Wagen zu legen. Ich greife an ihrer keifenden Stimme vorbei und nehme die verschmähte Konserve an mich.
Getränke noch. Zwei Flaschen Cola und zwei Flaschen Vittel. Das Vittel ist immer noch alle. Ich weiche auf sprudeliges Mineralwasser aus und gehe zielstrebig zum Bücherregal.
Seit etwa 25 Einkäufen arbeite ich mich zielstrebig durch den "Reiterhof Dreililien". Die Schicksale von Nell, Jörn und Matty berühren mich, weil sie so wunderbar trivial sind. Endachtziger politische Korrektheit. Vegetarier, Tierliebe und Demonstrationen gegen Atombomben. Es ist nett und es macht mir Spaß. Zwei oder dreimal haben Verkäuferinnen mich darauf hingewiesen, daß dies keine öffentliche Bibliothek wäre, dann gaben sie auf und gewöhnten sich an mich.
Ich zahle bei Frau Timm und lausche interessiert den Ausführungen eines Girlies, das blaue Klemmen im Haar trägt und eine Teeniezeitschrift unter dem Arm. Sie informiert ihre Freundin und alle Umstehenden über die Vorzüge von Raffaelo gegen über Rocher.
Dann trage ich meine Beute nach Hause. Moderne Jäger und Sammler auf Nahrungssuche.

Photos?


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Auf dem Weg ins Theater

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Der selige Gesichtsausdruck ist nicht gestellt.
So sehe ich immer aus, wenn er in der Nähe ist.

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Seit Jahren wollte ich ein Fischmobile haben.
Endlich, endlich schenkt man es mir.

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Ich find es toll und häng es gleich auf.


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