Baum

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Als ich klein war... | WEBLOG | Kitschlover

Mein Schaf und ich

sparrow | 08. Februar 2000, 22:19 | ganz alter Kram

Das Schaf und ich trafen uns zum ersten Mal in dem alternativen Stöberladen "American Pie" in Philadelphia. Es hing zwischen einem spanisch angehauchten Mobile, einem weißen Artgenossen und einem bösartig aussehendem Huhn. Bestimmt war es dort nicht glücklich. Es schaute mich an mit seinen treuen dunklen Augen und ich war verloren.
Vielleicht hätte ich auf den Preis schauen sollen, bevor ich es zur Theke schleppte, dann wäre mir nämlich ein Schock erspart geblieben. Mein Schaf war nämlich handgearbeitet und dementsprechend teuer.
Trotzdem. Ich war verliebt und bei wahrer Liebe fragt man nicht nach dem Preis.
Das war 1997. Seither begleitet mich mein Schaf auf all meinen Wegen und ich lasse es nur ungern aus den Augen. Nach wie vor mache ich drei Kreuze, daß ich es an dem schicksalhaften Abend in Südafrika nicht dabei hatte, sonst würde das Schaf mit Sicherheit von irgendeiner Gang als Kopfkissen mißbraucht und ich bezweifle, daß sie es unter den Kinn kraulen würden, wie es das mag.
Inzwischen sind mannigfaltige Plagiate in In-Läden aufgetaucht, Teddybären als Rucksäcke und auch Schafe. Das sind jedoch alles nur billige Kopien. Mein Schaf ist einzigartig und ich liebe es heiß. Ich bin auch sehr vorsichtig, es nicht all zu sehr zu belasten, da sonst der Schulterriemen ausreißen könnte.
Mein Schaf hält stets alle wichtigen Dinge für mich parat. Mein kleines gelbes Büchlein und Stifte, mein Portemonaie, den Schlüssel und einen Labello.

Habe ich schon mal erwähnt, daß ich meinen Radiosender liebe? Die spielen New Kids on the Block nachts um vier.
Und außerdem das wunderschöne Lied "Don't give up". Leider sagten sie den Interpreten nicht dazu und so war ich auf Vermutungen angewiesen. Sting oder Chris de Burgh dachte ich und rief alle möglichen Leute an, um jemanden zu finden, der mir Klarheit verschaffen könnte.
Ich sang und erklärte und niemand konnte mir helfen. Bis auf eine Person, die ganz fürchterlich anfing, zu lachen. Mein Lied wurde gesungen von Peter Gabriel. Und das mir mit einer erklärten und demonstrativen Peter-Gabriel-Abneigung. *schnauf*
Man muß Opfer bringen im Leben und die Hauptsache ist, daß ich in Besitz dieses Liedes komme. Ich kann ja den Namen auf der CD übermalen.

Hinter mir flackert schon wieder eine meiner Halogenleuchten. Ich finde das überhaupt nicht komisch und sehr irritierend. Woran kann das liegen? Wer macht mir das weg? Wann kommt mein Papa wieder her?
Ich hab sowieso noch ein Regal und eine Garderobe, die aufgehängt werden wollen.

Ist es eigentlich wirklich schädlich, eine ganze Tüte Schoko Toffees und 1,5 Liter Cola innerhalb von einer Stunde zu vernichten?
Mir ist auf jeden Fall schlecht.
Jajaja. Es geschieht mir recht, ich weiß.
War hier nicht noch irgendwo eine Tüte Gummibären?



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