Baum

www.nestgroll.de
a sparrow, not a feature

Schnelle Mitte! | WEBLOG | Frommer Wunsch

die sieben Shoppinggesetze

sparrow | 04. Februar 2007, 12:32 | Shopping

Shopping = Einkauf von Kleidung. Ein Frusteintrag.


  1. Wenn man genau weiß, was man will, wird man genau das nicht bekommen.
    Beispiel: schwarzer, schlichter Rock. Kurz oder lang spielt keine Rolle.


  2. Wenn man dringend etwas braucht, wird man nichts bekommen, was gut aussieht, aber viel Geld für Kleidung ausgeben, die man nur ein einziges Mal trägt, dann aber jahrelang schamhaft in der letzten Kleiderschrankecke aufhebt, als personifiziertes schlechtes Gewissen. Schließlich wollte man das Zeugs gar nicht und schon gar nicht zu dem Preis.
    Beispiel: schlechtsitzendes Leinentop in unmöglichem Grauton für Galaball.


  3. Wenn man dringend etwas braucht, wird man nichts bekommen. Jemand anderes wird mit wehenden Haaren Berge von Hosen, Pullover, Schuhe und Hemden in Umkleidekabinen schleppen, vergnügt pfeifend die Kreditkarte zücken und unglaubliche Mengen an Tüten balancieren. Man selbst findet nichts, gibt dafür aber zuviel Geld aus.
    Beispiel: Kleiderschrank des anderen Schatzes.


  4. Wenn man grad pleite ist, wird man das perfekte Stück finden.
    Beispiel: schlichter, bodenlanger schwarzer Rock.


  5. Wenn man später mit Geld zurückkehrt, wird das perfekte Stück nicht mehr da sein. Die Kollektion hat gewechselt, einzig verfügbare Größen sind 34 und 48, diese Marke führen wir nicht mehr oder der Laden hat pleite gemacht.
    Beispiel: schlichter, bodenlanger, schwarzer Rock.


  6. Es gibt keinen Lerneffekt. Man beginnt immer wieder Shoppingtouren optimistisch und wohlgelaunt unter oben genannten Voraussetzungen. Man beendet den verschwendeten Tag demotiviert und frustriert. Das hätte man sich vorher denken können.
    Beispiel: Gestern.


  7. Manchmal passiert das Unmögliche. Schließlich gewinnen ja auch Leute bei Jauch oder knacken den Jackpot. Man findet ein Teil, kauft es, trägt es und möchte weinen, weil man selbst so atemberaubend schön ist, so überirdisch anziehend, so unglaublich federleicht und bezaubernd. Es sitzt wie angegossen, unterstreicht die eigenen Vorzüge und versteckt gekonnt kleinere Mängel. Das Teil ist eine Bombe. Man selbst ist eine Bombe.
    Gleich am ersten Abend wird jemand großzügig Rotwein drüber schütten.
    Beispiel: zauberhafter, schwarz-weißer Rock aus Wildseide.



Kommentare

Sabine | 04. Februar 2007, 13:19

Mir fällt da spontan noch ein 8. Gesetzt ein: wenn man nichts sucht findet man was

.
sparrow | 04. Februar 2007, 21:41

Genau richtig! 8. korreliert auch mit 3. und 4.


.
maren | 14. Februar 2007, 17:01

wurde auch zeit, dass das mal einer so schön auf den punkt bringt!

.
Name
eMail
URL


eMail anzeigen  

Eingeloggt bleiben

eMail, wenn jemand auf den Kommentar antwortet