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Staffellauf durch Ämter

sparrow | 29. März 2007, 10:25 | Daily Sparrow

Ich könnte hier schon wieder anhaltend kotzen und mich unterbrochen aufregen und mit schriller Stimme über alles beklagen. Bis auf die Wiedergabe der Körpersäfte tue ich das auch.

Der andere Schatz und ich haben beschlossen, unser ungeregeltes Leben in geordnete Bahnen zu bringen und demnächst die Steuererklärung zusammen zu machen - will heißen: Eheschließung.

Das Münchener Standesamt ist ein häßlicher Bau aus den siebzigern mit vergilbten Böden, wo man eigentlich nie hin will und schon mal gar nicht, um sich trauen zu lassen. In Unna hingegen liegt das Standesamt an einer niedlichen kopfsteingepflasterten Straße und hat Blumenkästen in den Fenstern. Unna sollte es also sein.

Die Unneraner - schlechtgelaunte Westfalen par excellence - weigerten sich, mit uns zu reden, solange wir beim zuständigen Standesamt in München nicht die Existenzberechtigungsscheine abgegeben und im Tausch die Ehebefähigungsbescheinigung erhalten hätten. Die sollten wir dann zusenden und dann könnte man einen Termin machen.

Existenzberechtigungsscheine, Abstammungsurkunden und beglaubigte Abschriften aus dem Familienbuch bekommt man beim Standesamt des Wohnortes der Eltern (in meinem Fall Unna). Alle Dokumente wurden eingesammelt und man marschierte in München auf, legte den Papierstapel vor, drückte Geld ab und ließ den gesammelten "Fall" nach Unna schicken. Die würden dann mit uns einen Termin ausmachen.

Unna meldete sich brav und gab bekannt, dass ein Samstagstermin nur in Ausnahmefällen möglich sei: Geburtstage, Schnapszahlen, Hochzeitstag der Eltern, ähnlicher Unfug.

Mir persönlich ist das Datum völlig egal. Hauptsache, es können die Leute kommen, die ich gern dabei hätte. Damit sind alle Wochentage außerhalb der Ferien schon mal raus. Ich will einen Samstag.

Gestern und heute wurde hektisch telefoniert, um die Verfügbarkeit von Eltern und Trauzeugen zu prüfen. Ein Termin wurde verworfen, ein anderer wäre möglich. Also, wieder angerufen, um zu finalisieren.

JETZT wird uns erklärt, dass die Samstags-nur-an-Schnapstagen-Regel durchaus Bestand hat und auch weitere samstägliche Termine nicht erkauft oder erbettelt werden können - und schon mal gar nicht für Menschen, die in Unna keinen Wohnsitz (mehr) haben. Entweder Dienstag um acht oder gar nicht.

Kurzer Hinweise vorher wäre nicht möglich gewesen, oder? Nein, da hätte man sich ja um jede Menge Spaß gebracht.

Argh.

UPDATE: Unna ist raus. Jetzt halt woanders.



Kommentare

Herr W. | 29. März 2007, 15:39

Ist doch beruhigend, offensichtlich verdient die Stadt keinen Cent an so einer Trauung und die Gebühren sind gerade mal kostendeckend. Sonst würde ich doch jemand Mühe geben ;-)

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maren | 31. März 2007, 10:30

samstags kann man eigentlich fast nirgendwo heiraten, meines wissens. ich selbst habs ja noch nie getan, aber weiß noch von anderen, denen da steine in den weg gelegt wurde...

dennoch: viel erfolg bei der suche!

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launna | 29. Mai 2007, 15:20

löööle,

nicht nur dir hat man da das leben schwer gemacht... mit beschied man, meine bei letzter eheschließung noch gültige abschrift der geburtsurkunde aus usa sei jetzt nicht mehr gültig, da a) sich die formate geändert haben und b) man bei geschiedenen sowieso strengere maßstäbe anlege...

ein paar anrufe bei konsulat/standesamtsaufsicht/bürgerbeauftragtem/bügermeister später gings dann auf einmal doch.

aber nicht am wunschtermin, schließlich waren die ringe ja schon graviert.

jetzt heiraten wir im juni und lassen das april-datum als ewigliches mahnmal und erinnerung an unseren kennenlerntag in den ringen stehen.

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sparrow | 17. Juni 2007, 12:48

Liebe Launna,

so ein Generve wegen etwas, was eigentlich schön sein sollte.

Ich wünsche Dir und Deinem Zukünftigen trotzdem alles Gute und Liebe.

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