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Andalusien - Tag 3 - Granada | WEBLOG | So weit schon?

Andalusien - Tag 10 - Arcos de la Fronterra

sparrow | 28. Dezember 2007, 18:22 | Daily Sparrow

Am letzten Tag in Granada bummelten wir durch die Fussgaengerzone. Mindestens 35.000 Strassenmusikanten fiedelten, sangen und tuteten Jingle Bells. Lediglich ein einsames Paerchen mit Violine und Akkordion spielte etwas anderes. Um den Trend zu unterstuezen warf ich eine Muenze in das Huetchen, worauf sie mir zu Ehren ein Weihnachtslied spielten - Jingle Bells. Der andere Schatz sagte, ich duerfte die Muenze nicht wieder aus dem Hut nehmen. Das waere unfein.

Feliz Navidad war ein anderer Schlager, der hauptsaechlich in einer unglaublichen Menge an Versionen in Hotels, Bars und Restaurants gespielt wurde. Irgendwann sangen wir mit.

In Jaén wohnten wir in einer alten Burg, die zu den Paradores gehoerte, den staatlich gefuehrten Hotels in alten Gemaeuern. Hoch oben auf dem Berg hatten wir die beste Aussicht auf die Olivenhaine. Ueberall Olivenhaine. Der running Gag war: "Oh sieh nur! Ein Olivenbaum!"
Wir beschlossen, dem Staat die Paradores wegzunehmen und den Mandarin Orientals zu geben. Die koennen denen noch ein oder zwei Tricks beibringen.
Laut Reisefuehrer ein Tophotel mit Topservice. Davon hatte allerdings das Personal noch nicht gehoert. Wir vermuten, dass die alle zum alten Schlag der Mitropa-Leute gehoeren. Die waren aehnlich dienstbeflissen.

Von Jaén aus mehrere Tagesausfluege nach Baeza, Ubeda und Cordobá. Ich hatte eine Route herausgesucht, die durch einen Nationalpark ging. Wir endeten auf einer lustigen Schlammstrasse durch einen (oh Wunder!) Olivenhain und beteten nur, dass das Schildchen vorn nur Unbefugte abhalten sollte, nicht Unbefugte ohne Gelaendewagen. Der kleine Kia schaffte es aber vorzueglich und sieht jetzt halt nur aus wie Sau.
Ausserdem landeten wir in einer winzigen Stadt mit winzigen Gaesschen, wo grosse Autos in zweiter Reihe parkten. Dort verursachten wir durch umsichtiges und defensives Fahren einen hochkaraetigen Stau in saemtliche Richtungen mit viel Gehupe und unmissverstaendlichen Gesten. Zwei Passanten loesten dann den gordischen Knoten, indem sie die jeweils letzten Draengler rueckwaerts wunken und in kleinen Seitenstrassen einwiesen. Ich habe keine Ahnung, wie der andere Schatz daraus gefunden hat. Ich habe meine Augen zugemacht.

Lustig auch die Fahrt nach Arcos, die abermals durch einen Nationalpark fuehrte. Ein Schild warnte vor freilaufenden Kuehen. Zunaechst ueberquerten ein paar Ziegen die Fahrbahn, dann eine Herde Schweine. "Jamón!" rief der andere Schatz begeistert "Jamón Ibercós!"
Der Jamón in Making machte dann, dass er davon kam und wir dachten andaechtig an Herrn W., den das Bild sicherlich auch sehr entzueckte haette.

Ich wuerde gern einen Jamón mit nach Hause nehmen - also einen fertigen. Der andere Schatz sagt nein. Dabei ginge das ganz einfach - ich nehme das Koefferchen als Handgepaeck und er den Schinken. Das geht bestimmt, ist ja keine Fluessigkeit. Er sagt nein, wie sieht das denn aus in der S-Bahn und wer soll das Riesending essen.
Ich denke, das mit dem Essen laesst sich regeln.

Ueberhaupt Schinken - wird in Spanien ja als Tapas serviert. Das kommt mir und meiner Neigung Wurst ohne Brot zu essen sehr gelegen. Jetzt muss ich mich nicht mehr verteidigen. Jetzt habe ich ein ganzes Land und die Speisekarte hinter mir.

Noch zwei Tage und bisher durfte ich noch nicht auf einem Pony sitzen. Chipirrones wurde auch noch nicht gefunden, aber die Jagd geht mit unverminderter Begeisterung weiter.



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