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Sehnsucht | WEBLOG | Wann kommt der Sommer?

Wellenbrecher - Die Nachwirkungen

sparrow | 23. August 1998, 13:30 | ganz alter Kram

Ich bin vor meinen Eltern an den PC geflüchtet, da meine Eltern mich nur noch schweigend und kopfschüttelnd anstarren.
Beim Abendessen brach ich in hysterisches Gekicher aus, als meine Ma eine Schale mit Oliven auf den Tisch stellte. Darauf hin erntete ich desorientierte Blicke.
Auch meine schicke neue Sonnenbrille wurde mit Unverständnis betrachtet. Dabei hält das kleine Schirmchen so wunderbar die Regentropfen ab.
"Völlig übergeschnappt!" sagte mein Vater. Der Grund? Der Wellenbrecher.
Wenige Stunden mit Tinka, Melody und dem Salat reichen aus, um aus einem friedlichen, stillen Geschöpf ein irre gackerndes Wesen zu machen, daß wild durch das Haus tanzt und dabei nach ICQ und einem Modem brüllt.
"Was ist denn ICQ?" fragt meine Mutter. "Immer wenn sie unverständlich brabbelt, geht's ums Internet", sagt meine Schwester. "Gehen wir lieber!" meint mein Vater. Keiner versteht mich.
Jedenfalls nicht die Leute in der Realität. Online, offline und die Realität. Nach der eischen Definition. Wobei online und offline eigentlich fast das gleiche ist, wenn man mit Onlinern offline ist. Umgekehrt geht das übrigens nicht. Mit Offlinern online. Die fragen nämlich dann immer bloß. Weil Offliner online DAU's sind.
Ähm.. Ich glaub ich leg mich schlafen. Lang und ausgiebig. Versuche das Chaos hinter mir zu lassen. Wird wahrscheinlich nicht gelingen, da ich gleich morgen ins Internet - Café heizen muß, um zu sehen, ob Melody die Bilder ins Netz geworfen hat, die Ei mit der Digicamera aufgenommen hat. Und um die Welt zu informieren, daß die Diary - Connection keinesfalls eine Mafia ist, wie ich fälschlicherweise mal behauptete. Es ist eine Selbsthilfegruppe. Wobei die Hilfe zu kurz kommt. Und überhaupt: Hilfe wobei?
Das fragte sich die nette Kellnerin auch, als wir auf und unter den Tischen lagen vor Lachen, nur weil sie ein unschuldiges Frühstücksei brachte.
"Online! Internet! Nicknames!" erklärte Tinka überaus verständlich, während Melody versuchte, die Dame davon zu überzeugen, daß auch für sie eine Homepage und ein Tagebuch unumgänglich sein.
Gott, muß die froh gewesen sein, als wir endlich gingen. :o))

image Was hat Walt nur gedacht, als er meine Bedingungen für den Gustav entwarf?
Der Gustav ist das walt'sche Aquivalent zum Oscar. Mit dem kleinen Unterschied, daß man wilde Bedingungen erfüllen muß, bevor man ihn sich ins Regal stellen darf.
Ich muß folgendes tun: Einen hypothetischen Opfer-Täter-Dialog schreiben, der mindestens 900 Wörter lang sein muß. Der Täter ist beliebig wählbar.
Er oder sie muß nur ein Glas Melonensaft aus dem 5. Stock schütten. Auf das sechzehnjährige Opfer drauf. Dieses ist nicht nur pubertär, sondern auch noch schwatzhaft. Welch ein Glück, daß der Täter so hoch oben ist. :o)
Ich persönlich würde einen authentischen Live-Bericht vorziehen. Dazu müßte ich natürlich noch ein Opfer auftreiben. Hey Tzwenny, was machst Du dieses Wochenende?
Und Melonensaft brauch ich auch noch. Zur Inspiration. Und meine Schwester muß her. Damit der Dialog so lebensecht wie nur irgend möglich wird. Ich kipp ihr dann das Zeug auf den Kopf und guck, wie sie reagiert. Das ist ja dann hypothetisch, weil ich nur hypothetisch im 5. Stock bin. Tatsächlich aber genau neben ihr stehe.
Das Problem ist, daß sie mich höchstwahrscheinlich verprügeln wird, hypothetisch oder nicht. Und dann ist ist nicht mehr lebensecht, denn wenn sie das Opfer wäre und ich der Täter würde ich im 5. Stock feixen, während sie auf der Straße tobt.
Vielleicht kann ich ja den (beliebig wählbaren) Täter zu einem zwei - Meter - Menschen machen. Ob Ducky oder Tinka wohl ein paar Linebacker stundenweise vermieten? Mal sehen, mal sehen....



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