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Falsche Freunde | WEBLOG | Barbarentum

Noch 3 Tage oder Gibt es ein Entkommen aus der Trashkultur?

sparrow | 14. Mai 2000, 22:36 | Kolumnen

3 Tage noch, so sah ich gerade eben. 3 Tage bis die beiden Vorletzten aus der Fernseh WG gekrochen kommen, während der Letzte mit stolzgeschwellter Brust 250.000 DM (soviel waren es doch, oder?) in Empfang nimmt. Ich sage der Letzte und nicht die Letzte sehr bewusst, denn ich habe spontane "Jürgen, Jürgen" - Chöre auf den Landungsbrücken miterlebt. Jürgen, die rheinische Frohnatur wird also das ganze Geld absahnen, während sich der eigenbrötlerische John und die stets vernünftige Andrea die Gage von Verona Feldbusch teilen - wenn sie ihr Versprechen denn wahr macht.

Wer außer mir noch froh ist, dass der Spuk vorbei ist, hebe bitte jetzt den Finger.
Aber sein wir doch mal ehrlich: Seit unser Lieblingszicke Manu das Feld räumen musste, macht es doch nur halb soviel Spaß. Wo kommen wir denn dahin, wenn man niemand mehr richtig hassen kann, keiner mehr einen ordentlichen Streit vom Zaun bricht, man keinen geheimen Lästereien lauschen kann. Alles ist heititeiti fröhlich, freundlich und furchtbar langweilig.

Noch nicht mal die Ausgeschiedenen führen ihre interessanten kleinen Machtkämpfchen weiter. Alle haben sich lieb und auch im Haus wunderbar verstanden. Ja, doch wirklich. Und Kontakt haben sie immer noch.
Selbst die Trennung von Alex und Kerstin wurde in "beiderseitigem Einvernehmen" durchgeführt und Freunde sind sie auch.

Statt dessen triezt uns aber nun auch Alex mit seiner ersten eigenen Platte. Kein Erbarmen für die armen Radiohörer.
Muß das denn wirklich sein? Hat nicht Zlatko schon hinreichend bewiesen, dass auch mit Medienpräsenz ein Proll nichts anderes bleibt als, tja.. ein Proll halt.
Das einzig Interessante an seinem "Ich vermiss Dich wie die Hölle" ist die doch müßige Überlegung, wie sehr er die Hölle eigentlich vermisst und wann auch er beginnen wird, Freundschaftsbänder um sämtliche Extremitäten zu schlingen.

Zum Glück ist ja auf einen Verlaß. Der Theaterterrorist Christof Schlingensief hat sich der Thematik angenommen. Nachdem sein versuchter Weltrekord bezüglich der Entleerung des Wolfgangsees daneben gegangen ist, nimmt er sich nun der vielversprechenden Big-Brother Thematik an.
Er wird nämlich im Rahmen der Wiener Festtage Asylanten in einem Container einsperren, per Videokamera überwachen lassen und pro Tag nach Popularitätsvotum einen abschieben lassen. Na, ob das die Einschaltquoten in die Höhe treibt?
Wenigstens können wir immer noch singen: "Leb.. so, wie Du Dich fühlst.."

Magicmirror, 2000



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