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Seelenschmerzen | WEBLOG | Nach Hause?

Von Mauern und Büschen und dem ganz alltäglichen Neid

sparrow | 14. August 2000, 23:34 | Kolumnen

Frauen sind anders als Männer. Ganz anders. In vielen Punkten.
Frauen wissen innerhalb von wenigen Monaten in einer neuen Stadt sämtliche öffentlichen Toiletten, können aus dem Kopf sagen, wo welches Toilettenpapier verwendet wird und dirigieren Ortsfremde mit Hilfe der stillen Örtchen zum gewünschten Zielpunkt. "An dem Klo mit dem geblümten Papier links ab, dann gerade aus, bis man an das stinkende Plumpsklo kommt, dann.."
Männer hingegen pinkeln an Wände.

Es gibt wenige Sachen, die mich so in Rage bringen, wie ein Mann, der nonchalant von seinem geraden Weg abbiegt, in einer Häuserecke den Hosenlatz öffnet und nach vollendetem Geschäft das Gespräche weiterführt, als sei nichts gewesen.
Wenn man Glück hat, wischt er sich flüchtig die Hände an der Hose ab, bevor er einem am Arm berührt.

Gründe für diesen Ärger gibt es viele.
Erstens die offensichtliche Respektlosigkeit.
Zweitens die offensichtliche Verunreinigung.
Drittens mein offensichtlicher Neid.
Ist es nicht zum heulen, dass ich hektisch von einem Fuß auf den anderen hüpfe, krampfhaft an möglichst trockene Sachen denke, um dann bei günstiger Gelegenheit pfeilschnell auf irgendeiner Toilette zu verschwinden, während der verdammte Kerl sich einfach an einen Busch stellt und munter vor sich hinpieselt. Ja wundert es denn da wirklich, dass Frauen öfter an Blasenerkrankungen leiden?

Ernst-August von Hannover steht übrigens ganz oben auf meiner persönlichen Abschussliste. Ich verwette meinen Nachtisch, dass auch Caroline beim Anblick der Doppelnull laut aufgejuchzt hätte. Allein Ernst-August hatte die Möglichkeit, seiner Blase Linderung zu verschaffen.
Dass er ausgerechnet den türkischen Pavillon wählte und außerdem ein Knirps mit Kamera parat stand, war Pech.
Seines wohl gemerkt, nicht meines. Ich frohlocke. Endlich bekommt ein Mann mal, was eigentlich alle verdient haben. Öffentliche Schelte und Entzug der weißen Rüstung. Ha. Ha. Ha. Geschieht ihm recht.

Nur wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, steht in der Bibel. Auf ihn, Mädels. Mit Gebrüll.

Magicmirror, 2000



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