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Geschenke, Geschenke

sparrow | 05. Dezember 2006, 00:30 | Weihnachtsfieber

Das Weihnachtsthema ist noch nicht erschöpft.

Die Familie vom anderen Schatz schenkt klein, aber lieb. Meine Familie schenkt gern und mit Begeisterung und gibt auch gern viel Geld aus, aber auch lieb.
Das müssen wir der jeweils anderen Partei noch mitteilen, damit es Heiligabend keine Irritationen gibt. Wir haben beschlossen, dass die Familien sich gegenseitig nichts schenken sollen.

Meiner Informationspflicht habe ich mit diesem Posting Genüge getan. Über Geschenke können wir dennoch reden.

Das schlimmste Geschenk jemals für mich war ein Paket, welches nach dem offiziellen Ende einer Beziehung ankam, aber noch in der Endphase verpackt und versand wurde. Das saß tagelang in einer Ecke und blinzelte mich blöde an. Drin war ein selten dämliches und lieblos zusammengefriemeltes Gedicht und eine entzückende Suppenterrine im Maßstab 1:12. Das habe ich aber erst erfahren, als ich es nach 10 Tagen Starren von beiden Seiten (ich das Paket, das Paket mich) geöffnet habe.

Die befremdlichste Geschenkserie jemals für mich waren 4 Spiegel und 6 Seifen. Von verschiedenen Leuten. Ein Spiegel war sogar mit batteriebetriebenem Licht besehen. Ich verstehe es bis heute nicht. Ich war nicht ungepflegt oder ungewaschen. Wieso dachten insgesamt zehn Leute, dass Seifen und Spiegel mir gut tun würden? Außerdem gab es drei Armbänder, die mit einander um den Preis des hässlichsten Armschmucks konkurrierten. Sehr befremdlich.

An dem schlimmsten Geschenkaustausch war ich nur mittelbar beteiligt und zwar als Nutznießer. Die Schwester hatte sich Handtücher gewünscht, aber vergessen zu erwähnen, dass sie jene beim Sport zu nutzen gedachte. Die Mutter hatte darauf hin nächtelang in liebevoller Kleinarbeit eine Reihe von Handtüchern umhäkelt. Das quittierte die Schwester mit einer knallenden Tür und Weinen.
Das Handtuch habe ich immer noch.

Das schönste Geschenk jemals war eine Karte zu Starlight Express, als ich 12 oder so war. Meine erste große Musicalproduktion. Bei der Overtüre traten mir die Tränen in die Augen, weil einfach wenige Momente so groß sind, wie wenn ein Haufen von Menschen mit Fahnen und Rollschuhen auf einer Bühne herumfahren und dazu Andrew Lloyd Webber aufgespielt wird.

Die großartigste Geschenkverteilung, nach wie vor ungeschlagen, war als der Opa Rätsel verteilte, bevor ausgepackt werden durfte. Die Eltern erhielten Zuckerstückchen (Kaffeeservice), die Schwester Holzrädchen (eine Eisenbahn), ich einen mit roter Folie umwickelten Stab (der langersehnte Zauberkasten).
Die Tradition haben wir letztes Jahr wieder aufleben lassen. Rätselgeschenke sind ganz großes Kino.

Die liebste Geschenktradition ist mit der Oma, die mit dem zu Beschenkenden einkaufen geht und danach zu Kaffee und Kuchen in einer Konditorei einlädt.

Geschenke kriegen ist toll. Geschenke machen ist noch viel toller.



Kommentare

Rabea | 18. Dezember 2006, 22:21

die schwester hat immer noch einen namen!!!

Und es war nicht nur ein handtuch! Nein es waren gleich vier oder fünf und so teuer, dass für andere geschenke nichts mehr übrig blieb!!!

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