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Weihnachen Ende | WEBLOG | Sentimentale Schübe

Besinnliches Massenmästen

sparrow | 28. Dezember 2006, 09:23 | Weihnachtsfieber

Weihnachten ist Mästfest. Wer es am besten tut, hat gewonnen und darf im nächsten Jahr wieder ausrichten.

Wir haben uns redliche Mühe gegeben:

- Heiligabend:
Lende mit Sauerkraut, Weißbrot und Bockwürstchen mit Kartoffelsalat - alle Traditionalisten bedient.

Die Grüße der westfälischen Metzgerei nehme ich huldvoll an. Die Herrschaften waren etwas überrascht darüber, dass ihre Bockwürstchen jetzt Exportgut waren.

Der andere Schatz erhielt vor dem Festtag mindestens fünf Anrufe folgender Art:

"Soll ich irgendwas machen? Schon vorbereiten? Die Lende zum Beispiel?"
"Nein, nein. Das mache ich schon. Kein Problem."
"Wirklich? Das wäre aber überhaupt kein Umstand. Ich könnte die Lende einfrieren..."
----
"Hast Du die Lende schon gemacht? Wenn Du keine Zeit hast könnte ich ja..."
"Nein, nein. Kein Problem. Das mache ich schon."
"Bist Du sicher? Ich könnte Euch doch helfen."
----
"Wie sieht es denn jetzt aus mit der Lende? Soll ich die schon vorbereiten und mitbringen?"

Irgendwann war der Widerstand erschöpft und auch die Lende wurde aus dem Sachsenland eingeflogen. Und wenn man schon die Lende mitbrachte, konnte auch Weißbrot und Sauerkraut gleich mitkommen. Ist kein Problem, mache ich gern.


- 1. Feiertag:
Stollen und Zupfkuchen (importiert aus Sachsen - wir selbst hatten an Plätzchen und Süßkram gespart und nur drei Tüten gekauft.)
Gambas in Knoblauchöl
Nasello al Forno mit Salat

Mein persönliches Highlight war ein Mitglied meiner Familie, welches sich gegen halb drei erwartungsvoll an den Tisch setzte und nach dem versprochenen Essen fragte. Man habe extra nur wenig zu Mittag gegessen, weil es geheißen habe, hier gäbe es etwas. Wo denn nun das Etwas sei. Der Papa habe nur ein dünnes Süppchen zu sich genommen in Erwartung der aufgetischten Köstlichkeiten. Wo die denn nun wären? Es hätte ja geheißen, wir würden so viel zu essen machen. Darum hätte man zu Mittag ja nur ein winziges Gericht bestellt, um all die erwarteten Leckereien würdigen zu können. Und jetzt würde nichts auf dem Tisch stehen.

Diese Person war dann offensichtlich so ausgehungert, dass sie beim Zupfkuchen zuschlagen musste. Für das mehrgängige Abendessen blieb kein Platz - höchstens noch ein Löffelchen Salat, bitte.
Hätte ich mir das geleistet, wäre ich enterbt und des Landes verwiesen worden.

Die Käseplatte durften wir nicht mehr servieren, da winkten diverse Leute hektisch ab und verdrehten leicht die Augen.

- 2. Feiertag:
bayrischer Schweinebraten mit Knödeln und Rotkraut - auch bekannt als der Todesstoß.


Jetzt weilen in unseren Gefilden mindestens 5 Stollen - ich bin sicher, dass ich noch nicht alle entdeckt habe, die irgendwo versteckt wurden. Ferner haben wir mindestens 25 Würstchen übrig, ein Kilo ungebratenen Schweinebraten, Material für eine exquisite Käseplatte, zwei Vienetta-Schachteln, eine ganze Schüssel Kartoffelsalat, eine riesige Schüssel mit Ruccolasalat und zweieinhalb Tüten mit Plätzchen und Süßkram. Die selbstgebackenen Kekse und Makronen sind dankenswerterweise deutlich dezimiert.


Learnings:
- Beim nächsten Mal Taschenkontrolle am Eingang. Wer nicht autorisierte Lebensmittel mit sich führt, muss diese vor Einreise entsorgen. Eventuell könnten sich bereits Mitarbeiter der Münchner Tafel neben der Tür platzieren.
- wenn mehr als acht Personen auf 123 qm weilen auf keinen Fall Gerichte wählen, die mehr als vier Knoblauchknollen benötigen.
- für neun Leute Lebensmittel in den Einkaufswagen legen und dann die Hälfte wieder ins Regal räumen.
- Bei Arens wird wieder Wein bestellt. Mir schmeckte der Ro-Secco und das fröhliche Sonnentröpfchen am besten.
- Entspannt und gelassen die Weihnachtswelle über sich hinwegschwappen lassen und nächstes Jahr in den Süden fahren. Wer braucht schon einen Weihnachtsbaum?



Kommentare

ein gast | 29. Dezember 2006, 10:13

nicht jeder schafft ein kilo von jedem

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Sy | 21. Januar 2007, 00:21

Diese Weihnachtsmästerei fand ich herrlich! Ich konnte mich ausruhen und in aller Seelenruhe verwöhnen lassen.
Am besten hat mir folgendes geschmeckt: Kartoffelsalat mit Würstchen, diverse Vorspeisen, Fisch mit Reis und Salat, Schweinebraten, selbstgebackene Plätzchen, Stollen aus Sachsen. mmmm lecker!

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