Baum

www.nestgroll.de
a sparrow, not a feature

Tanzpartner-Casting

sparrow | 07. Mai 2007, 00:28 | 1-2-3-step | [1] Kommentare



Tanzsport an sich ist ja etwas schwierig. Abgesehen von der ständigen Diskussion zwischen Sport und Show* gibt es ein Zweierteam, welches harmonisch und elegant über die Fläche schweben soll, aber gleichzeitig den eigenen Körper unter Kontrolle kriegen muss und auch noch ständig von einem Fremdkörper abgedrängt und belästigt wird. Schwierig.

Mein Zweierteam hat sich aufgelöst und einen neuen Partner zu finden, ist nicht so einfach. Der Trainer sagt, ein Tanzpartner ist wie ein vertrauter Fernsehsessel. Wenn da ein neuer Sessel kommt, ist der nicht so bequem und gemütlich und eingesessen, wie der alte. Man fühlt sich nicht zuhause.

Tanzpartner-Castings sind anstrengend. Man geht mit einer völlig fremden Person auf Tuchfühlung, soll sich zu Musik bewegen, gleichzeitig technisch alles halbwegs richtig machen und auch noch raten (haha! Führung abnehmen) wie groß wohl die Schrittlänge sein wird, obwohl die eigene Schrittlänge doch so schön eingespielt ist.

Das macht keinen Spaß.

* Die Diskussion wird nicht mit den schwitzenden und keuchenden Trainingsteilnehmern geführt, sondern mit anderen, die alle Sportarten, wo die Ausrüstung mehr als 100 EUR kostet als schwachsinning und unnütz ansehen. Reiten zum Beispiel oder auch Segeln und Fussball.

Ein ganz anderer Ansatz

sparrow | 15. April 2007, 11:40 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



Der Trainer sagt:

"Ihr müsst Euer Paarzentrum aufrecht erhalten, sonst sieht es so aus, als würdet Ihr nicht miteinander tanzen, sondern zufällig zur selben Zeit an der selben Ecke ankommen"


Der Tanzpartner sagt:

"Getrennt marschieren, vereint schlagen."


Seinen martialischen Ansatz finde ich ja ganz entzückend.

organisiertes Chaos

sparrow | 25. Februar 2007, 08:44 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



Für meine Turnierfrisur benutze ich lustige kleine Haarklemmen in gold-braun. Diese stecke ich sorgfältig nach jeder Benutzung wieder auf die Papptafel, mit der ich sie gekauft habe. Damit habe ich sie immer gleich bei der Hand und muss nicht lange rumsuchen.

Diese Papptafel mit allen Klemmen steckt in einer Tüte. Diese Tüte habe ich letztes Wochenende meiner Mutter mitgegeben.

Jetzt sitze ich also hier. In knapp einer Stunde kommt der Tanzpartner und will mich abholen. Ich habe keine Klemmen. Ich kann so nicht rausgehen!

Ich wünschte, ich könnte mich endlich mal entscheiden: Entweder so organisiert, dass ein Lapsus wie jener nicht passiert oder so chaotisch, dass immer ein Plan B existiert.

UPDATE: Zum Glück nicht nur organisiert, sondern auch unordentlich. Nach dem letzten Turnier habe ich die Klemmen einfach in die Schale geworfen und nicht wieder weggeräumt. Welch ein Glück! Jetzt geht's auf! Vier Punkte fehlen zum Aufstieg.

Regen und Traufe

sparrow | 30. Januar 2007, 21:34 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



In Erwartung des baldigen Aufstieges habe ich heute in Kleidchen geliehen. Das eigene wird derzeitig noch geschneidert und erst Ende März fertig. Der Tanzpartner und ich rechnen aber mit allem - uns fehlen noch vier Punkte. Die finden einen auch mal unvorbereitet vor dem Frühstück.

Also, Kleidleihe. Kleid? Aprikotfarbener Weihnachtsbaum trifft es eher. Das Ding ist über und über und über mit dem lustigen AB-Strass besetzt, der glänzt wie eine Ölpfütze. Mindestens 25 Kilo schwer.

Gefertigt aus erbarmungslosem Lycra - welches fataler- und unverständlicherweise nicht vom Genfer Abkommen auch nur ERWÄHNT wird.
Lycra in Aprikot versteckt keinen einzigen körperlichen Makel. Unterwäschenwellen an der Hüfte, sympathisches Bäuchlein, kräftige Oberschenkel - alles wird nicht nur gezeigt, sondern quasi der Öffentlichkeit zur freien Betrachtung anheimgestellt. Mit Scheinwerferlicht und ganz ohne Eintrittspreis.

Ich vermute, wenn ich jetzt ein wenig weniger Nudeln und Rotwein und etwas mehr Gemüse und Obst esse, bleibt das Bäuchlein, aber die BH-Schalen passen nicht mehr.
Hilft nur noch keine Unterwäsche und Bauch einziehen.

Never give up, never give in, fight to win, pin

sparrow | 21. Januar 2007, 23:14 | 1-2-3-step | [1] Kommentare



Wenn man bei einem Wettkampf antritt, dann um zu gewinnen, denke ich. Das ist der Mindestrespekt vor dem Gegner: Immer Dein Bestes geben. Wenn dann jemand anderes gewinnt, hat der zumindest ordentlich arbeiten müssen.

So auch gestern, als man antrat, um bayrischer Meister zu werden. Nach Hause trug man den ehrenvollen Titel des bayrischen Vizemeisters in der Hauptgruppe II D Standard 2007. Als solcher defiliert man nun mit umgehängter Medaille durch die Räume, genießt Ruhm und Ehr und verlangt Demutsbekundungen durch alle Nichttänzer und Nicht-bayrische-Vizemeister.

Im Schach mit dem anderen Schatz tritt man auch an, um sein Bestes zu geben, aber das langt in der Regel nur, um den Gewinner auf dem Siegeszug ordentlich zu nerven.
Wenn man eine Situation wie unten hinbekommt, ist man in eigenen Augen schon der Held des Abends. Das drei Züge später der andere Schatz begeistert "Schach Matt" kräht, ist zweitrangig.

image

"Dabei ist alles" ist ein Mythos, genau wie die große Endorphinlüge der Langstreckenläufer.

Übrigens finde ich, dass auch Mensch ärgere Dich nicht als Killerspiel verboten sein sollte, wegen des freigesetzten Aggressionspotentials.

Der bayrische Vizemeister zieht sich nun in seine Gemächer zurück, um die Silbermedaille zu polieren.

PS: Nur eines war noch schöner, als fast zu gewinnen: Das Gesicht von Herrn W., als ihm klar wurde, dass die das ernst meinten mit der bayrischen Hymne. Da fiel die bayrische Vizemeisterin, geborene Westfälin, fast vor Lachen vom Treppchen.

Erfolgsmeldung vom Wochenende

sparrow | 16. Januar 2007, 23:05 | 1-2-3-step | [4] Kommentare



Der Tanzpartner und ich waren am Wochenende aufgebretzelt auf den 9. Donau Tanzsporttagen (Dotata für Kenner - Abkürzungen sind groß). Samstag um 6, Sonntag um 5 aufgestanden, um an jedem Tag zwei Turniere in unserer Klasse zu bestehen.

Aus einer Sporthalle im freien Feld wurden mitgebracht:

* zwei Paar durchtanzte Absatzschoner
* ein Platz im Mittelfeld
* drei Endrunden
* zwei 5. Plätze
* eine Kleidchenbestellung
* zwei kaputte Füße
* ein - tatatatata - erster Platz
* 31 Punkte

Mein liebster Satz von einem Tanzpaar, welches frisch kennengelernt wurde:
"Guck mal, das Sauerkrautfass trägt heute Türkis.

Tänzer sind nicht nett.

Lustig war es trotzdem.

Way to early to be early in the morning

sparrow | 14. Januar 2007, 05:59 | 1-2-3-step | [1] Kommentare



5.59 Uhr an einem Sonntag. Die Augen sind verklebt und der Kopf ist schwer. Ich will ein anderes Hobby, das ist es nicht wert.

Tanzen ist wie Porsche Fahren...

sparrow | 25. November 2006, 11:49 | 1-2-3-step | [1] Kommentare



... sagt der Trainer. Mehr oder weniger.

- "Präsentier Deine Dame, wie den Kumpels den neuen Porsche."
- "Muss ich dann auch die Heckspoiler polieren?"


- "Du nimmst Sie an die Hand und führst sie auf die Fläche."
- "Das kenne ich, das ist wie bei der Hengstschau."


- "Du musst schon aufpassen, dass Du mit keinem anderen Paar crashst. Vorausschauendes Fahren ist gefragt."


Lustige Trainerstunde heute. Aber wenn der Tanzpartner noch eine einzige Autoanalogie verwendet, dann ist er fällig!

Mord und Totschlag auf dem Parkett

sparrow | 03. November 2006, 09:36 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



Ein Trainer sagte mal, dass ein Paar in den ersten 10 Jahren gegeneinander tanzt, dann 5 Jahre miteinander und dann erst für einander.

Der Tanzpartner hat gestern ausdrücklich klar gemacht, was er unter gegeneinander versteht. Ich stand auf dem rechten Fuß und er bewegte sich tückisch und blitzschnell nach links. Ich verlor die Balance und setzte meinen linken Fuß über den rechten.

Jetzt habe ich eine absatzförmige Schramme am Spann, die in allen Blautönen leuchtet. Außerdem ist dieser Teil des Fußes ständig in Bewegung. Sehr unangenehm. Der Schuh drückte auch, den habe ich schon ausgezogen.

Vor zwei Wochen schon hatte er den rechten Fuß auf dem Kieker. Seine Attacke sah etwa so aus:

image

Aber die Rache folgt auf dem Fuß (dem unversehrten)! In Kürze werde ich dem Agressor mit einem ausgeklügelten Plan gegenübertreten, statt spontan zuzutreten. Ich habe ein Flipchart-Blatt bemalt mit grünen und roten Pfeilen in alle Richtungen, kleinen skizzierten Panzern, durch Striche angedeutete Schützengräben und taktische Manöver meinerseits.

Tanz ist Kampf mit musikalischer Untermalung.

Heldentaten in M

sparrow | 25. Juli 2006, 12:25 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



"erschöpft, aber glücklich" ist der Terminus, der in Sportberichten immer gern bemüht wird, wenn jemand vollkommen k.o., aber erfolgreich ins Ziel kommt.

So ähnlich ging es uns am Sonntag, als wir zur Breitensporttrophy antraten. Erklärtes Ziel: Nicht letzter!
Der Boden war nicht ganz so toll, man rutschte schon ganz ordentlich. Beim Eintanzen legten wir uns beim Tango Link fast auf die Nase, weil die Füße wegrutschten. Nach einer Runde hatten wir den Boden aber im Griff und tanzten entsprechend vorsichtiger.

Die letzten zwei Tänze der Endrunde waren auf jeden Fall ziemlich hart. Unsere fehlende Kondition machte sich doch deutlich bemerkbar. Nachher hingen wir schweißüberströmt in den Seilen und ließen uns vom Betreuer Luft zufächeln. Der andere Schatz hatte sich auf einen vergnüglichen Vormittag eingestellt und brachte eine Zeitung und ein Buch mit. Er richtete sich gemütlich in der Nähe des Kuchenbuffets ein und verfolgte das Geschehen.

Es reichte aber trotzdem zu einem dritten Platz! Juchu!

  Frühere Einträge