Baum

www.nestgroll.de
a sparrow, not a feature

Random Spaß mit Internetz

sparrow | 17. Dezember 2007, 22:02 | Wortspaltung | [0] Kommentare



Ist Baur mit dem fehlenden e eigentlich Web 2.0 oder muss man dazu erst von Holtzbrinck gekauft werden?


Aus Pressemeldungen:
Von Anfang an verfolgt die Gruppe eine eindeutige Marktführungsstrategie [...]

Besonders lustig, nachdem der größte Konkurrent am Tag zuvor feixend berichtete, dass er jetzt am meisten Reichweite hätte.


Wenn ein vermittelter User kauft, winken 10% Provision [...]

Winken wem? Winken weswegen? Winken byebye? Winke Winke Lalaland?

Planung ist alles

sparrow | 26. November 2007, 01:04 | Wortspaltung | [1] Kommentare



Der angeblich vereitelte geplante Amoklauf fällt doch in die selbe Kategorie, wie der spontane Mob am nächsten Donnerstag, oder?

Heugabeln bitte nicht vergessen.

In den Genen

sparrow | 26. September 2006, 16:42 | Wortspaltung | [0] Kommentare



Es gibt Dinge, die man von den Eltern erbt, ohne das man wirklich was dafür kann. Die Abneigung meiner Mutter gegen Grieß- und Vanillepudding. Die Vorliebe meines Vaters für gelehrige Monologe. Die Begleiterscheinungen der Berufung beider Eltern.

Diese sind beide Lehrer mit allen Symptomen. Der Lehrer-Modus meines Papas lässt sich auf Knopfdruck anschalten und läuft dann erstmal durch. Manchmal ist das sehr spannend, manchmal aber auch ganz fürchterlich anstrengend, wenn man es eilig hat und einfach nur eine kurze Informationsfrage beantwortet werden soll.

Konkret spüre ich massive Nackenhaarbewegung bei fehlerhafter Grammatik. Frägst oder frägt als Deklination von fragen geht sowas von gar nicht. Da muss ich mich an den Tisch klammern, um nicht mahnend den Zeigefinger zu heben und zusätzliche Hausaufgaben zu verteilen.

Weiterer Fußnagelrollgarant sind Sätze wie: "Das kann ich besser, wie Du!" Ne, kannst Du nicht, aber Du könntest als statt wie verwenden. Dann könnte ich auch das Zitronengesicht wieder ablegen.

Liebevoll finde ich dagegen die westfälische Art mit Personalpronomen umzugehen. "Meine Omma ihr seine Tasche" hat Charme.
"Die wo sich aufregen tut" hat keinen.

Musikalische Unterwäsche

sparrow | 26. September 2006, 09:53 | Wortspaltung | [0] Kommentare



der G-String heißt G-String weil das Bändl hinten genau die gleiche Größe hat, wie die G-Saite einer Violine.

Na, ob das stimmt?

Bestens! Ich mag Antworten

sparrow | 06. September 2006, 12:12 | Wortspaltung | [0] Kommentare



Laut Auskunft des Trauzeugens der bilingualen Hochzeit heißt der Best Man, Best Man, weil er ursprünglich während der Hochzeit den Rücken des Bräutigams freihalten sollte. Seine Aufgabe war es irgendwelche wütenden Verwandten oder Rivalen mit dem Schwert in Schach zu halten. Dafür nimmt man natürlich nicht irgendeinen Knappen, sondern den besten Ritter, der zur Verfügung steht.

Ich meine mich erinnern zu können, dass der Best Man auch einspringen musste, falls der Bräutigam auf dem Weg zur Kirche bereits besagten wütenden Verwandten und Rivalen in die Hände fiel. Das müsste ich aber recherchieren. Wikipedia gibt nichts her und Google ist voll mit Beiträgen zu einem Film mit selben Namen. Ich nehme es einfach mal so hin und betrachte meine Frage als beantwortet.

Der Schwung Engländer, die wie Heuschrecken über ein beschauliches tschechisches Dorf herfielen, haben es übrigens geschafft, eine Kneipe komplett leer zu trinken. Nur antialkoholisches Bier gab es noch. Das ist eine Leistung, die mir Respekt abnötigt.

Wenn ich im Wald umfalle und niemand ist da und hört es...

sparrow | 06. August 2006, 13:43 | Wortspaltung | [2] Kommentare



Früher, damals, vor unendlichen Jahren, als ich mich regelmäßig in Chats herumtrieb und lollte und gggte und frinste was die Tasten hergaben gab es zwei Standardfragen. Die erste kam recht frühzeitig und hieß in Fachkreisen "Mow-Frage" von "Männlich oder Weiblich?" Damit outeten sich Anfänger und Cybers*xler innerhalb von 5 Sekunden. Die "Clique" und ich antworteten in der Regel mit allen Buchstaben des Alphabets und wilden Akronymen, die just in diesem Moment entstanden.

Die zweite Frage kam, wenn man sich etwas besser kannte, häufig miteinander geggt und gelollt hatte, diverse virtuelle Jokes gerissen hatte und überhaupt verdammt nah an allerbester Kumpel ever war, (Das dauerte so knapp 3 Tage - Rapid Intimacy nennt sich das Phänomen.) kam die Frage nach dem RL, dem "real life", dem Leben außerhalb der virtuellen Steppe oder Zauberwald oder Hafen oder wo man sich sonst so tummelte. Wer nach "RL" fragte, wollte wissen, wie die Person hinter der Tastatur aussah, wie der Charakter hinter der Chatfigur war, welche Ziele, Meinungen und Berufe man anstrebte, vertrat und ausübte.

Über das Chatten wollte ich mich aber gar nicht auslassen. Das war nett, lustig, ziemlich zeitraubend und nach einiger Zeit fürchterlich repetitiv. Immerhin kann ich jetzt blind mit 10 Fingern tippen und zwar ziemlich fix.

Was mich aber wirklich fertig macht, ist, dass die blöde Ausdrucksweise "RL" in der Übersetzung den Weg in die Alltagssprache gefunden hat und zwar als das unsägliche "im wirklichen Leben". Hallo? Roflt irgendwer, statt sich vernünftig abzurollen? Liest man in Artikeln, dass jemand herzhaft lollte? Nein? Warum, warum, warum dann also ausgerechnet dieser bescheuerte Ausdruck.

Mir läuft es jedesmal kalt den Rücken runter. "Im wirklichen Leben ist er Bauarbeiter" in einer Reportage über einen Mann, der vielleicht in seiner Freizeit außergewöhnliche Topfpflanzen züchtet. Ursprünglich war der Begriff ja eine Abgrenzung zwischen der virtuellen Welt und der Welt ohne Tastatur. Inzwischen werden damit Unterschiede zwischen Beruf und Hobby gekennzeichnet. Das wirkliche Leben ist immer der Beruf. Was bitte ist denn dann die Freizeit? Lala-Land und Märchentraum? Standby, bis der Schalter morgens um neun umgelegt wird und man wieder Existenzrecht erhält? Aufenthalt in der Besenkammer mit Ausgang um Konsumpflichten nachzukommen? Argh!

Ich bin real. Immer. If you prick me, do I not bleed, egal ob ich arbeite oder nicht.
Ich werde nicht weniger wirklich, nur weil ich einem obskuren Hobby nachgehe oder Wochenende ist. Wenn ich die Augen zu mache, bin ich da und spüre wenn zarte Finger Buchstaben und Blumentöpfe auf meinen Rücken malen. Wenn ich in der Badewanne untertauche und gleichzeitig laut singe, bin ich da. Wenn ich auf Socken durch die Küche schlittere und dabei für ein imaginäres Publikum Roland Kaiser Lieder in einen Kochlöffel trällere, bin ich da.

Ich verbitte mir jegliche implizierte Andeutungen, meine Freizeit könnte weniger real sein, als mein Weg ins Büro. Und weil ich grad dabei bin, beziehe ich den Rest der Welt mit ein. Lasst Euch Eure Wirklichkeit nicht nehmen!

P.S. Und Gänsefüßchen, ob nun getippt oder mit den Fingern in die Luft gehakelt, besagen ja mal so gar nichts. Wenn man weiß, dass ein Ausdruck so blöde ist, dass er Gänsefüßchen braucht, sollte man einen anderen suchen.

Mach mir das Verb

sparrow | 29. Mai 2006, 23:06 | Wortspaltung | [2] Kommentare



Was ich am Englischen wirklich hübsch finde, ist die Möglichkeit fast jedes Nomen in ein Verb umzuwandeln.

I conga'ed through the livingroom

Das geht auf Deutsch nicht.

Ich kongate durchs Wohnzimmer

Geht gar nicht. Überhaupt nicht. Klingt eher nach Kolgate.

Das einzige, mir bekannte Wort, bei dem eine Verbisierung funktioniert ist "Saugnapf". Ich überlege jetzt, ob ich die derzeitig in der Wohnung eingesetzten Saugnäpfe vervielfache (oder überhaupt erstmal in Einsatz bringe. Wir haben lt. letzter Zählung gar keine), um in Unterhaltungen lässig einzuwerfen, dass ich am Wochenende wieder die unzähligen Gerätschaften an die Wand gesaugnapft habe.

Wie nennt man es wohl, wenn man Saugnäpfe wieder abpflückt? Absaugnapfen? Abnapfen?
Schwierig.

Marketingsprech, wie lieb ich Dir

sparrow | 23. Mai 2006, 19:31 | Wortspaltung | [2] Kommentare



Ganz großes Kino sind vom Marketing verfasste Texte. Speziell, wenn das Marketing einem amerikanischen Konzern angehört. Dann sind Marketingtexte aufregend, voll Leidenschaft und Abenteuer. Die Welt ist groß und bunt und wir sind mittendrin. Ach was! Obenauf! Voran sind wir, an der Spitze!
Jedesmal, wenn Marketing einen Text liefert, sitze ich mit stolzgeschwellter Brust mindestens drei Zentimeter größer da und freue mich darüber, für was ein tolles Unternehmen ich tätig sein darf.

Dann jedoch beginnt das Übersetzen und die Freude verfliegt ziemlich zackig. Wie z.B. übersetzt man "Opportunities", wenn damit die allumfassende Chance gemeint ist, neue Umsatztöpfe o.ä. aufzutun. Im Alltagsgespräch verwendet meine denglisch-verseuchte Branche immer den Originaltext.
"Du, das ist eine wahnsinnige Opportunity!" Ja, Wahnsinn wirklich. Und wie erklärt man das gleich vernünftig? Ich bemühe mich ehrlich, so wenige doofe Anglizismen zu verwenden, wie möglich. Die Fachbegriffe reichen voll und ganz. Die Mutter versteht mich ja schon jetzt nicht mehr, wenn ich aus dem Nähkästchen (Sewingbox?) erzähle.

Oder, um bei der Frage von schwierigen Übersetzungen zu bleiben, was ist mit Issues? Die deutsche Sprache kennt kein einfaches, nettes Synonym für Issue. Wir haben immer nur Probleme. Große Probleme. Hindernisse. Oder auch das Bullshit-Bingo-verdächtige "Herausforderung".

Heute stockten wir an "embark". Embarken kann man on ein big adventure. Oder on a long long trip to the Südsee. Aber hier wurde es benutzt als Umschreibung für ein neues Feature, on das man embarkte. Nach langwieriger, lautstarker Diskussion entschieden wir für uns für "wir machen ein Fass auf".
Das ist kundennah und verständlich.

Wenn uns die Marketingfrau zu fassen kriegt, versohlt sie uns den Hintern.

Gut oder Besser als

sparrow | 22. Mai 2006, 22:03 | Wortspaltung | [1] Kommentare



Gerade dem Erkältungsbad entstiegen mit folgender, lebenswichtigen Fragestellung:

Warum heißt der Trauzeuge auf englisch "Best Man"? Man sollte doch annehmen, der wirkliche beste Mann stehe vor dem Altar und nicht daneben (zumindest aus Sicht der Braut).