Baum

www.nestgroll.de
a sparrow, not a feature

Ich konnte es nicht besser sagen

sparrow | 12. Juli 2008, 01:17 | Leseratte | [0] Kommentare



Seit Woche grübele ich, was mich an Stephenie Meyers Vampir-Saga so stört. Die Fug Girls haben es ideal zusammengefasst:

basically I think a lot of the plot points which are presented as being Super Romantic are actually creepy and stalkery and, listen, you just should not be okay with it if you find out that this dude you're seeing has been sneaking into your house unbeknownst to you and watching you sleep all night, every night, even if it's under the guise of "protecting you" or something because for one thing, if you need protection, don't you have a right to know that from the get-go instead of being treated like someone from a 1940s three-hankie weeper where the doctor and Bette Davis's husband, like, make the executive decision not to tell the little lady that she's got a giant brain tumor?


Danke

Das zweite Buch ist noch schlimmer.

Virtuelles Bücherregal

sparrow | 25. Oktober 2006, 23:31 | Leseratte | [2] Kommentare



Buchpfade ist extrem cool. Eigene Bibliotheken erstellen, mit anderen virtuellen Bibliotheken abgleichen, Empfehlungen austauschen. Ganz ganz feine Sache.

UPDATE: Je länger ich damit herumspiele, desto großartiger finde ich das System. Es ist extrem einfacher, neue Bücher hinzuzufügen. User mit ähnlichen Büchern wie man selbst werden einem vorgestellt und man kann ein Datum angeben, wann man ein bestimmtes Buch gelesen hat und kriegt daraufhin sein Buchleben vorgestellt. Das ist Spitze!
Zwei, drei kleine Bugs habe ich gefunden, z.B. scheint die Suche nicht richtig zu funktionieren, aber ansonsten ein tolles Projekt.
Was ich mir noch wünsche, wäre ein Tag, den man in seinem Blog einsetzen kann, damit der aktuell gelesene Roman und die des letzten Monats direkt angezeigt werden.

Wo ist der Rest der Szene?

sparrow | 17. Oktober 2006, 22:58 | Leseratte | [3] Kommentare



Der Praktikant berichtete heute stolz, dass er seit seinem Urlaub lese. Echt. Ganze Bücher und so. Er sprach dabei sehr nachdrücklich von der Szene und dass er ja noch nicht lange dazu gehören würde. Ich hingegen - so der Praktikant - wäre ja schon lange in der Szene und wüsste dementsprechend Bescheid.

Jetzt bin ich verunsichert. Gibt es einen Dresscode? Conventions? Muss man eine besondere Sprache lernen, um ein richtiger, echter szenetypischer Bücherwurm zu sein?

Ich google jetzt nach dem secret Handshake der Szene und übe die ganze Nacht.

Mitspielen

sparrow | 15. Oktober 2006, 20:17 | Leseratte | [0] Kommentare



Als Kind habe ich TKKG gehasst, wie die Hölle. Gaby, das blonde, elfenzarte Wesen, wurde stets gönnerhaft beiseite geschoben, wenn es interessant (sprich: gefährlich) wurde. Eher wurde Klößchen mitgenommen, obwohl der ständig zwischen Zaunlatten hängen blieb, als Gaby.
Gaby stand Schmiere, blinzelte mit großen blauen Augen ihren Papi an oder blieb gleich zu hause, wenn Oberboss Tarzan es für sinnvoll hielt.

Wenn das meine Kumpels daheim probiert hätten, hätten sie auf die Gusche gekriegt. Zwar übernahm ich ab und zu ganz gern die Rolle der Prinzessin, die oben im Turm gefangen gehalten wurde, war aber in einem Wimpernschlag runter vom Turm und in Startposition, wenn sich etwas ergab, was spannender als Turmsitzen war. (So ziemlich alles nach fünf Minuten Turm)

Daneben war Enid Blyton mit ihren 5 Freunden schon fast großartig. Da heulte zwar Anne immer rum, allerdings befahl ihr niemand rumzuheulen, sondern sie entschied selbstständig zimperlich zu sein. Das ist zwar immer noch nicht optimal, aber um ca. 20 Grad besser.
Der Counterpart zu Anne, George, ist zwar nicht zimperlich, verleugnet aber ihr Mädchendasein komplett. Man kann auch im Röckchen auf Bäume steigen! Man kann auch mit Nagellack Pfeil und Bogen schnitzen!

Meine allerliebste weibliche Figur aus einem Kinderbuch ist aber Eva-Lotta aus den Kalle Blomquist Büchern von Astrid Lindgren. Eva-Lotta kann alles, ist immer dabei, die wildeste von allen, aber jederzeit voll und ganz Mädel.

Ich kam drauf wegen eines Interviews mit dem Autor von TKKG.
Wenn ich so gekringelten Scheiß schon höre wie "Männer sind logischer, Frauen emotionaler, können außerdem besser Nippes dekorieren, Geschenke auswählen und Pullöverchen stricken", dann muss ich direkt meine Papiertüte greifen und langsam ein- und ausatmen. Ansonsten werde ich direkt zum Berserker. Oder zur Beserkerin.

BigMac und Hackfleisch

sparrow | 09. September 2006, 01:35 | Leseratte | [0] Kommentare



Ich lese übrigens gerade "The Last Templar" von Raymond Khoury, welches eher BigMac - Lesevergnügen ist.

Davor habe ich Steffen Kopetzkys "uneigentliche Reise" weggelegt, weil es für mich das literarische Äquivalent zu eingelegter Paprika ist. So etwas liest man nicht, so etwas verfeuert man.

Davor las ich Sasa Stanisics (Schmuckzeichen bitte denken) "Wie der Soldat das Grammfon repariert". Dem Buch wird man mit einer doofen Essensanalogie nicht gerecht, höchstens vielleicht Hackfleischpflaumen.

Fähigkeitenzauberer, mitfühlende Häuser und Vorfreude

sparrow | 06. August 2006, 15:31 | Leseratte | [0] Kommentare



Grade habe ich den 4. Teil von Sasas Kostproben und Appetithäppchen gehört: So wunderschön und zauberhaft, obwohl einem zum Ende das Lachen im Halse stecken bleibt.

Wann kommt denn nun das Buch endlich?

Der Soldat und das Grammofon

sparrow | 18. Juli 2006, 20:41 | Leseratte | [2] Kommentare



Als ich Sasa kennenlernte war ich zarte Zwanzig und gerade in der entsprechenden Laune Unfug zu treiben. Also setzte ich mich eines Samstags in den Zug und fuhr bei 30° Grad von Unna nach Mannheim. Einfach so. Um einen wildfremden Mann zu treffen, von dem ich wusste, dass er seine Nächte als Nachtportier in einem Hotel fristete. Tagsüber studierte er irgendetwas Wildes mit Literatur und schrieb.

Er hatte langes dunkles Haar und sah so aus, wie ich mir wilde Elfen aus kitschigen Fantasy-Romanen vorstellte. Ich war hingerissen und zwar auch noch als die herrliche Sommerliebe den grausamen Wintertod starb. Seine Liebesbriefe sind nach wie vor die schönsten und zauberhaftesten, die ich je bekommen habe.

Einige Jahre später hat der Herr einige Preise im Schrank, unter anderem den Bachmann-Publikumspreis und einen DSA Fanfiction Award (?) und bereitet sich auf die Veröffentlichung seines ersten Romans vor.

Der erste Auszug aus "Wie der Soldat das Grammofon repariert" findet sich hier, gelesen vom Autor selbst.

Die Presse überschlägt sich jetzt schon:

Judith Schnaubelt hat Sasa Stanisic vor kurzem in München getroffen und ist überzeugt davon, dass dieser sympathische junge Schriftsteller im literarischen Herbst dieses Jahres everybodys darling werden wird.


Als dann, literarischer Darling. Jetzt kann es ja nicht mehr lange dauern, bis ich Angebote für die Briefe erhalten werde und das Haus mit einer Plakette verzieren kann: Hier nächtigte der berühmte Dichter Sasa Stanisic.

Hauptsache, mein Exemplar des Buches wird signiert.