Baum

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a sparrow, not a feature

Inspirationslos

sparrow | 21. März 2000, 22:33 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Frühlingsanfang. Das Wetter brilliant und ich nur ein kleines bißchen genervt.
Das Wochenende war wie üblich richtig schön und viel zu kurz, als man wieder fuhr, also genau richtig. Sogar Tzwenny hatte sich eingefunden, was ich ja bis zuletzt gar nicht geglaubt hatte. Wer Ewigkeiten in meinem Gästebuch zurück blättert, stößt auf eine Diskussion über Philadelphia Kirschen. Die hatte Tzwenny mitgebracht. Oh, waren die lecker.
Abgesehen davon, gehöre ich jetzt zur Riege der Woker. Nur mal als Warnung für potentielle Besucher. :o))

Mir fehlt die richtige Inspiration für einen Tagebucheintrag. Genau genommen fehlt mir die richtige Inspiration für fast alles. Ich sitze hier oben an dem Schreibtisch und tue so, als würde ich angestrengt arbeiten, während ich die meiste Zeit doch nur Löcher in die Luft starre. Ab und an gehe ich online und wieder offline und gucke den Zettel mit den Gebühren an, die seit der letzten Telefonrechnung eingeführt worden sind. Manchmal schichte ich den Berg von Zetteln um, die sich hier angehäuft haben. Von links nach rechts und von rechts nach links.
Soviel nervt mich an. Das Gerede um Geld. (Letztes Selbsthilfebuch: In sieben Jahren zum Millionär) Die einseitigen Diskussionen in diesem Haushalt. (Handball und Handball und Handball, manchmal ein bißchen Schule. Warum fragt mich eigentlich niemand, wie mein Wochenende war?) Und wenn ich der Meinung bin, meine Großmutter erzählt Unfug und mir ihr Ton nicht paßt, dann nehme ich mir auch die Freiheit, ihr denselben Ton zurück zu geben. Kommt mir jetzt nicht mit Respekt. Respekt muß man sich erarbeiten. Und ich habe genug Respekt vor meiner Oma, um ihr Kontra zu geben. Ist das nicht genug?
Ich bin gern bei meinen Eltern, aber jetzt ist es auch wieder gut. Ich muß wieder für mich allein sein.

Sehnsuchtsgebet und Fetennachbereitung

sparrow | 16. März 2000, 22:24 | ganz alter Kram | [1] Kommentare



Ja doch, ja doch. Viel zu lange kein Diary, ich weiß. Das Gebrülle in meinem Gästebuch war auch nur schwer zu überhören. :o)
Mein Leben hat die unangenehme Angewohnheit monatelang hinter mir her zu schleichen und unschuldig zu gucken, um dann in einem geeigneten Augenblick hervor zu springen und mich zu überrollen.
Was ich sagen will: Ich zieh nach Hamburg. Hat jemand eine kleine Wohnung oder ein WG-Zimmer in der Hinterhand? Bitte Mail an mich.

Ich wiege mich in erdbeerroten Sehnsuchtsgefilden. Mein Liebster ist auf und davon in die ewige Stadt. Gestern rief er an, der Klang seiner Stimme wie elektrisch in meinen Ohren. Immer wieder fällt mir diese wunderschöne Stimme auf, die mich sowieso von Beginn an fesselte. Seit dem "Frau Spatz, Sie haben mich noch gar nicht geknuddelt". Sie ist weich, der Grundton relativ hell, wie eine Tenorstimme, aber mit einem unterschwelligen Basstimbre. Ich liebe diese Stimme.
Befremdlich, wie man Dinge immer dann vermißt, wenn sie unerreichbar sind. Normalerweise ist er ja da. Wenn ich will, kann ich mit ihm sprechen. Wenn ich nicht will, dann vielleicht morgen.
Jetzt aber, schleiche ich wie eine Katze um das Telefon. Er hat versprochen, er würde sich nochmal melden. Er hat es versprochen und Versprechen sind heilig. Morgen kommt er wieder. Morgen.

Samstag eine weitere wilde Fete bei Melody. Gestern wurde mir per Mail mitgeteilt, daß ich mich freiwillig zum Kochen gemeldet hätte. Hihi.
Es wird ein Spaß, ein absoluter Spaß. Tzwenny hat mal wieder versprochen, zu kommen, aber das glaube ich erst, wenn ich ihn leibhaftig sehe.
Ich liebe es, wenn sich die Überreste der einstigen Diary-Connection alle paar Monate treffen. Das ist echt und real und vor allen Dingen nicht so Knuddeldiknu und Hachdüdeldö, sind wir alle süß und gutgelaunt, wie ich es bei den typischen Community-Treffen erlebt habe.

Hehe. Was mich gleich zum nächsten Thema bringt. Schließlich habe ich es versprochen. Wer mich auf Familienfeiern schleppt, muß sich nicht wundern. Mathias' Mutter wurde fünzig und alle waren geladen.
Während eine bierselige Verwandtschaft zu "die Karawane zieht weiter" in einer Polonaise durch die Räume tobte und rhythmisch die Fäuste in die Luft stieß, flehte mich mein Liebster immer wieder mit Blicken an. "Bitte, bitte nicht weiter sagen! Bloß keinen Tagebucheintrag!" sagten die Blicke.
Als ob er nicht genau wüßte, daß jegliches Betteln an mir abprallt, wie Wasser an Entengefieder. Spätestens, nachdem die Fragen nach Enkelkindern häufiger wurden und man mir von offizieller Seite bestätigte, daß ich als Schwiegertochter genehm sei, verging mir das Lachen und eine leichte Panik setzte ein. Sehe ich denn wirklich so gebärfreudig aus?
Wirklich, ganz, ganz ehrlich. Ich habe nicht vor, in nächster Zeit Nachwuchs zu produzieren.
Zumal jetzt ja auch Hamburg auf mich wartet.

Und für alle, die nicht genug kriegen: Noch mehr Kinderphotos Weiter lesen...

Wintersonne

sparrow | 28. Februar 2000, 22:24 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Dieses Wetter macht mich glückskollerig. 16 Grad°C, die Luft ist mild und ich recke mein winterblasses Gesicht den ersten Frühlingssonnenstrahlen entgegen. Die Arme hochgereckt juchze ich und hüpfe wie ein junges Fohlen. Das muß ich einfach bei dem Wetter, gar keine Frage.
Nach einer kleinen Auszeit von meinem Leben (Entspannung in Unna mit viel Schlaf und Diskussionen rund um den Küchentisch, Entspannung bei meinem liebsten Ostwestfalen mit noch mehr Schlaf, Cola, Chips und emsigen Siedlern) bin ich wieder bereit mich dem täglichen Streß zu stellen. Das nächste Semester kann ruhig kommen. Ich bin bereit und in Kampfposition.

Noch ein Link für geneigte Surfer. Dem Magicmirror opfere ich meine Freizeit. Außerdem bin ich in Beweisnot. Ich habe nämlich in meiner üblich zurückhaltenden Art (wild brüllend und mit den Armen fuchtelnd) beteuert, daß das Mirrorforum belebt werden kann. Ich verlasse mich auf Euch. Geht hin und tragt Euch ein. Bitte!

Erinnert mich jemand daran, daß ich Harlequin würge, wenn ich ihn sehe? Der Kerl hat sich mit meinen Reisetaschen abgesetzt und jetzt kann ich nur noch mit leichtestem Gepäck reisen.
Ich habe schon Hosen und Pullis bei Rabsi geschnorrt, aber ewig kann das ja nicht so weiter gehen.

Genug für heute. Draußen ist es viel zu schön, um am Computer zu sitzen. Ich nehme mir jetzt eine Flasche Cola und einen Picknickkorb und lasse mich am Stadtsee nieder.
Genießt das Leben.

Rotweinstimmung

sparrow | 15. Februar 2000, 22:22 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich bin in einer merkwürdigen Laune, die mich überfällt, wenn es spät nachts ist, ich Rotwein getrunken habe und anfange über mein Leben im besonderen und allgemeinen nachdenke.
Ich aale mich mit Schwermut und genieße die Tränen, die mir hinter den Liedern brennen. Warum ich weine, weiß ich nicht. Einfach, weil es zu meiner Stimmung paßt. "Don't give up", welches im Hintergrund auf Dauerrepeat läuft, tut sein übriges.

Lorenz schaute sich alte Photos von mir an. Er sagt, ich hätte mich verändert. Auf mein Nachfragen sagte er: "Du bist zur Frau geworden."
Bin ich das? Und wenn ja, wann?
Manchmal fühle ich mich noch so kindlich und naiv, und dann wieder so uralt und weise, als wäre ich schon Ewigkeiten auf der Welt.
Und manchmal fühle ich mich nur, wie Rebekka. Rebekka, die die Küche aufräumt und lernt und lacht und ißt und schläft.

Manchmal wacht auf der Engel in mir auf. Der Engel, der sich damals im Lichtsein und Geliebtwerden sonnte und kitschige Liebesbriefe verfasste, vom Rauschschmetterling und den Goldenen, die hinterm Sonnenaufgang wohnen.
Der Engel war ich gern.

Ich möchte lachend und weinend mich immer schneller drehen, bis die Welt zu einem verschwommenen Farbfleck wird. Ich breite meine Arme aus und liebe die Welt.

Valentinstag

sparrow | 14. Februar 2000, 22:22 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Heute ist Valentinstag und ich gratuliere herzlich allen Verliebten.
Es ist spaßig. Valentinstag ist für mich ein ganz räudiger Trick, Leute zu mehr Konsum an zu regen. Rosen mag ich nicht, weil sie mir zu protzig sind. Von Nougat wird mir übel und über Peter Gabriel hatte ich mich bereits ausgelassen. In Kombination mit einem ganz reizenden Kerl, der den dunklen Treppenaufgang hochschleicht, um mich zu überraschen und dann ziemlich empört guckt, wenn ich durch den Spion spähe und dann stehenden Fußes die Überraschung vereitle, sind jedoch all diese Sachen ganz und völlig wunderbar.
Als es klingelte, hatte ich ja schon düstere Vermutungen. Einmal laß ich das ja mit mir machen, aber beim zweiten Mal bin ich gewappnet, hörst Du? Den Verdacht teilte ich meiner lieben Sindy mit, die sich auf dem Bett fletzte und "Nur die Liebe zählt" guckte. Sie hob kaum den Kopf und maulte nur etwas von: "Dersollbloßwegbleibenichwillfernsehen". Sindy selber hat nämlich keinen Fernseher.
Allerdings verließ sie uns recht bald darauf, was wir als willkommmenen Anlaß sahen, Hauthunger von etwa drei Wochen zu stillen.

Ich sprach mit meiner Mama, die augenscheinlich äußerst vergnügt war. Jedenfalls quietschte sie mir ununterbrochen ins Ohr, was ich als kleinen Fingerzeig zu deuten wagte.
Ich habe jetzt die Erlaubnis, ihren Spleen der Öffentlichkeit zu verkünden. Meine Mama bestellt nämlich seit neuestem beim kosmischen Bestellservice. Sie geht auf die Terrassse, schaut gen Himmel und ordert gemäß ihren Wünschen.
Ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, wie ernst sie es meint, da sie kichert, wenn sie davon erzählt. Auf der anderen Seite besteht sie darauf, Parkplätze in der Stadt zu bekommen, seit sie den Dauerauftrag gab.
Der Lottogewinn jedenfalls blieb aus. Sonst hätte ich davon erfahren. Glaub ich. Oder?
Das Konzept, welches dahinter steht, ist wohl, seine Wünsche und Ziele klar und deutlich zu formulieren, um dann die Erfüllung in die Hand zu nehmen.
Ich fand die Idee sehr spaßig, und bestellte sofort eine Kiste Vittel.
Vorhin sah ich Mathias mit einem Getränkekasten durch das Wohnzimmer laufen.
Das wird unheimlich.

Kitschlover

sparrow | 11. Februar 2000, 22:20 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich wußte es immer. Sindy liest heimlich mein Tagebuch, um mich dann im Extra-Markt mit der Frage zu überfallen, welche Kroketten ich denn heute wählen würde.
Ich nahm übrigens die von Tip, weil ich nur zwanzig Mark hatte und auch noch einem bärtigen und nörgelnden Zeitgenossen sein Bartschneidegerät zuschicken mußte. Kroketten und Salat sind derzeitig meine Hauptnahrungsgrundlage, weil es schnell geht und lecker schmeckt. Und Joghurt esse ich, weil ich es versprochen habe.

"Kitsch" sagt meine liebe Sindy. Und meint damit den Cocktailshaker, den ich liebevoll an meine Brust drückte. Zugegeben, er sieht nicht sonderlich schön aus, aber ich finde ihn wundervoll. Und an Sindys Mißbilligung bin ich inzwischen gewöhnt. Das hält mich nicht ab, einen scheußlichen Cocktailshaker zu kaufen, wenn ich ihn wirklich haben will.
Jetzt kann ich Cocktails shaken wie eine Wilde und auch Salatsaucen, wenn mir der Sinn danach steht.
Ein echter Barkeeper würde vermutlich schmerzlich zusammenzucken, wenn er sähe, mit welcher Hingabe ich alles shakebare shake, aber ich kenne keinen und drum stört mich auch die Mißbilligung von dieser Seite keinen Pfennig.


Gestern hat der Ex-Studentenrat mit Hingabe 500 DM verfuttert. Wir gewannen den Sozialpreis der Kaschade-Stiftung und überlegten wirklich hart, was wir mit dem Geld anstellen sollten, bis wir auf die geniale Idee kamen, es sinnlos auf den Kopf zu hauen.
Die Kellnerin im Jardan freute sich mit Sicherheit, da wir auch mit vereinten Anstrengungen und den teuersten Gerichten, inklusive Vorspeisen und diversen Getränken immer noch nicht einen glatten Betrag von 500 DM hatten. Den Rest gaben wir dekadent und fröhlich juchzend als Trinkgeld. War das ein Spaß.
Insbesondere, als die wilde Tauschorgie eröffnet wurde und wir Maiskolben und Fleischstückchen zum Probieren quer über den Tisch reichten. Meine Mama wäre zusammen gebrochen, ob unseres ungeheuerlichen Betragens.

Apropos Mama. Die hat mich mit drohendem Unterton in der Stimme gewarnt, ihren neuesten Spleen in einer Geschichte oder einem Artikel zu verbraten.
"Wehe.." sagte sie. "Wehe..." Das betrübt mich wirklich sehr, denn der Spleen würde sich vortrefflich eignen.
In regelmäßigen Abständen gibt sich Mama nämlich neuen Welterkenntnissen hin, die sie zwar mit Augenzwinkern verbreitet und auch selbst nicht ganz ernst nimmt, aber trotzdem beharrlich verfolgt.
Solange es mich selbst nicht betrifft, kann ich amüsiert schmunzeln.
Aber ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als unsere gesamte Familie vor dem Frühstück zwanzig Minuten mit Sonnenblumenöl gurgelte, um Bakterien aus dem Körper zu ziehen. (Obwohl es ja wirklich sein könnte, daß es hilft.) Das war weniger lustig, denn Sonnenblumenöl schmeckt auf nüchternen Magen nicht ganz so toll, besonders nicht, wenn man es durch die Zähne flitscht.

Abgesehen von diesen kleinen Freuden, war die letzte Woche die Hölle. Mathe und Psychologie, dazwischen ein Essay, welches ich an diesem Wochenende noch fertigstellen werde, die Südafrikapage, die Mappe für Marketing und Montag die Rechtklausur.
Das miese Wetter tat das seine dazu, um mir die Stimmung zu verhageln. Manchmal wünsche ich mir ein anderes Leben. Eines ohne Regen und ohne Klausuren.
Und wenn nicht das, dann doch jemanden, der mir übers Haar streicht, während ich versuche die blitzenden Buchstaben und Zahlen in meinem Kopf anzuhalten, um endlich schlafen zu können. Jemanden, der sich dann ohne Murren und ohne Ansprüche zu stellen, wieder verkrümelt, wenn ich eingeschlafen bin.
Noch eine Woche. Nur noch eine Woche. Drei Kreuze, wenn sie vorbei ist.

Mein Schaf und ich

sparrow | 08. Februar 2000, 22:19 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Das Schaf und ich trafen uns zum ersten Mal in dem alternativen Stöberladen "American Pie" in Philadelphia. Es hing zwischen einem spanisch angehauchten Mobile, einem weißen Artgenossen und einem bösartig aussehendem Huhn. Bestimmt war es dort nicht glücklich. Es schaute mich an mit seinen treuen dunklen Augen und ich war verloren.
Vielleicht hätte ich auf den Preis schauen sollen, bevor ich es zur Theke schleppte, dann wäre mir nämlich ein Schock erspart geblieben. Mein Schaf war nämlich handgearbeitet und dementsprechend teuer.
Trotzdem. Ich war verliebt und bei wahrer Liebe fragt man nicht nach dem Preis.
Das war 1997. Seither begleitet mich mein Schaf auf all meinen Wegen und ich lasse es nur ungern aus den Augen. Nach wie vor mache ich drei Kreuze, daß ich es an dem schicksalhaften Abend in Südafrika nicht dabei hatte, sonst würde das Schaf mit Sicherheit von irgendeiner Gang als Kopfkissen mißbraucht und ich bezweifle, daß sie es unter den Kinn kraulen würden, wie es das mag.
Inzwischen sind mannigfaltige Plagiate in In-Läden aufgetaucht, Teddybären als Rucksäcke und auch Schafe. Das sind jedoch alles nur billige Kopien. Mein Schaf ist einzigartig und ich liebe es heiß. Ich bin auch sehr vorsichtig, es nicht all zu sehr zu belasten, da sonst der Schulterriemen ausreißen könnte.
Mein Schaf hält stets alle wichtigen Dinge für mich parat. Mein kleines gelbes Büchlein und Stifte, mein Portemonaie, den Schlüssel und einen Labello.

Habe ich schon mal erwähnt, daß ich meinen Radiosender liebe? Die spielen New Kids on the Block nachts um vier.
Und außerdem das wunderschöne Lied "Don't give up". Leider sagten sie den Interpreten nicht dazu und so war ich auf Vermutungen angewiesen. Sting oder Chris de Burgh dachte ich und rief alle möglichen Leute an, um jemanden zu finden, der mir Klarheit verschaffen könnte.
Ich sang und erklärte und niemand konnte mir helfen. Bis auf eine Person, die ganz fürchterlich anfing, zu lachen. Mein Lied wurde gesungen von Peter Gabriel. Und das mir mit einer erklärten und demonstrativen Peter-Gabriel-Abneigung. *schnauf*
Man muß Opfer bringen im Leben und die Hauptsache ist, daß ich in Besitz dieses Liedes komme. Ich kann ja den Namen auf der CD übermalen.

Hinter mir flackert schon wieder eine meiner Halogenleuchten. Ich finde das überhaupt nicht komisch und sehr irritierend. Woran kann das liegen? Wer macht mir das weg? Wann kommt mein Papa wieder her?
Ich hab sowieso noch ein Regal und eine Garderobe, die aufgehängt werden wollen.

Ist es eigentlich wirklich schädlich, eine ganze Tüte Schoko Toffees und 1,5 Liter Cola innerhalb von einer Stunde zu vernichten?
Mir ist auf jeden Fall schlecht.
Jajaja. Es geschieht mir recht, ich weiß.
War hier nicht noch irgendwo eine Tüte Gummibären?

Als ich klein war...

sparrow | 06. Februar 2000, 22:17 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Früher, als ich klein war und meinen Eltern grollte, wollte ich immer ausziehen. Ich packte einen kleinen Koffer, stahl ein paar Lebensmittel aus der Küche und wartete auf einen günstigen Zeitpunkt, um in das Gartenhäuschen zu entwischen, in dem ich meinen Lebensabend verbringen wollte. Nie, nie wieder wollte ich mit meinen Eltern reden. Günstige Gelegenheiten waren jedoch rar, da ich durch das Wohnzimmer gemußt hätte. Es ist schwierig, für immer das Haus zu verlassen, wenn man sechs Jahre alt ist und mit gepackten Taschen an den Eltern vorbei muß.

Einmal habe ich es tatsächlich geschafft und saß schmollend ganze zwei Stunden in dem kleinen Holzhäuschen, bis es mich langweilte.
Später dann träumte ich mich mit meiner ersten großen Liebe wahlweise auf eine einsame Insel oder - wieder - in ein Gartenhäusschen, welches in unseren Phantasien allerdings luxuriös ausgestattet war. Kühlschrank, Heizung und orientalische Spielwiese. Alles sollte da sein.

Heute wünsche ich mir manchmal, ich hätte so ein Häuschen zur Verfügung. Wenn mir die Welt im allgemeinen und besonderen auf den Keks ginge, könnte ich mich zurückziehen und wäre auf einmal - plöpp - verschwunden. Nicht erreichbar. Niemand wüßte, wo mein Häuschen liegt. Wenn es mir paßte, würde ich wieder erscheinen, wie Phönix aus der Asche. Ich kann sehr gut mit mir allein sein. Ich brauche nur genug Bücher und dann kann mir der Rest des Planeten den Buckel runterrutschen.

Rabsi rief mich gestern an. Sie hatte den Zug verpaßt und wollte sich die Zeit ein wenig vertreiben. Fünf Mark haben wir verquatscht und unser Gespräch war noch in vollem Gange. Später sprachen wir noch auf Kosten meiner Eltern.

Es ist so schön, mit Rabsi zu schwätzen. Ich hänge sehr an ihr. Außer mir darf auch niemand etwas gegen sie sagen, sonst werde ich grantig. Ich selbst kann mich natürlich aufregen, solange ich will. Das tue ich auch, denn sie ist wahrlich kein Engel.

Ich stutze immer noch, wenn ich diese schöne junge Frau sehe. Samstag abend zog sie die bewundernden Blicke an, wie eine Motte das Licht. Wirklich atemberaubend sah sie aus. Für mich ist sie immer noch das kleine Kind mit dem strubbeligen blonden Haarschopf und den angeschlagenen Knien. Vermutlich wird sich das auch nie ändern.

Manchmal träume ich. Ich bin so alt, wie ich bin und sie ist das erwähnte blonde Kind. Wir sind auf der Flucht und ich muß sie beschützen, aber es ist so schwer, weil wir nicht wegkommen und unsere Verfolger uns dicht auf den Fersen sind.

Mein Beschützerinstinkt ist stark ausgesprägt, ich weiß. Ich vermute, es liegt daran, daß ich mir viel zu lange die Schuld an ihrem Unfall gegeben habe. Ein Bild hat sich in meinem Kopf eingebrannt. Diese kleine violette Birkenstocksandalette, die auf der Straße liegt. Daneben ich, die ruft: "Mädchen, mein Mädchen. Steh doch auf."
Schon merkwürdig, was von traumatischen Erlebnissen bleibt.

Meine Mama las letztes Jahr zu Weihnachten das Buch "Das Lazaruskind", die Geschichte eines kleinen Jungen, der dabei ist, als seine kleine Schwester von einem Laster angefahren wird. Er gibt sich die Schuld, insbesondere, als seine Schwester aus dem Koma nicht mehr erwacht.
Danach fragte sie mich das erste Mal, wie ich Rabsis Unfall eigentlich verkraftet hätte.
Ich mache meinen Eltern keinen Vorwurf, weiß Gott nicht. In dem Jahr hatten sie genug Sorgen, ohne daß sie sich auch noch um meine Psyche kümmern mußten. Außerdem hatte ich schon immer dieses Einzelkämpfersyndrom. Sachen, die mich belasten, mache ich meistens mit mir selber aus.
Trotzdem tat es gut, einmal darüber sprechen zu können. Und wenn es zehn Jahre später ist.

Abenteuer Einkauf

sparrow | 05. Februar 2000, 22:12 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Das Maskottchen des Extra Marktes ist ein kleiner grüner Außerirdischer. Vor Jahren klaute meine Sindyline ein Plakat mit der Aufschrift "Schön, daß sie da sind". Seither begrüßt mich ein kleiner, grüner Außerirdischer mit einer perfekten Verbeugung und eben jenem Spruch, wenn ich nach Hause komme. Ich mag es, freundlich begrüßt zu werden.
Im Extra Markt marschiere ich zuerst durch die Obstabteilung. Knackige Äpfel neben goldgelben Bananen und hübschen, roten Radischen erinnern mich daran, daß ich mich ja eigentlich gesunder ernähren wollte. Ich packe pflichtschuldig Gurken und Tomaten ein. An der Waage stehen Küchenkräuter in kleinen Töpfchen. Im Sommer werde ich wieder Kräuter auf der Fensterbank ziehen. Es gibt nichts besseres, als den Geschmack frischer Kräuter an einem leckeren Sommersalat. Eine Oma mit Hütchen drängelt sich an mir vorbei und vergreift sich an den eingelegten Oliven.
Das Milch- und Käseregal meide ich heute. Ich wandere zielstrebig zur Tiefkühltruhe und betrachte die Kroketten. McCain oder doch lieber Tip? Ach, was soll's, heute tu ich mir was Gutes.
An der Theke für frische Backwaren halte ich mich nicht auf. Von dem Geruch wird mir übel. Gleich daneben finde ich den Ständer mit Kostümen und lustigen Pappnasen, die mich daran erinnern, daß ich Karneval schon immer blöd fand, weil ich nie Funkemariechen sein durfte. (Heute reizen mich die roten Lederstiefelchen und Spitzenhöschen nicht mehr. Ich ziehe es vor, warm und bequem gekleidet zu sein.)
Am Ketchup vorbei. Normal, scharf, Hot & Chili, Knoblauch, light, Heinz, sonnengereifte Tomaten. Wieviel Ketchup es gibt.. Ich mag keinen Ketchup, aber ich mag Nudel Up. Ein Glas findet den Weg in meinen Einkaufsbeutel.
Eine Haifischblondine weist ihren verängstigten Begleiter scharf zurecht, weil er es wagte No-Name-Produkte in den Wagen zu legen. Ich greife an ihrer keifenden Stimme vorbei und nehme die verschmähte Konserve an mich.
Getränke noch. Zwei Flaschen Cola und zwei Flaschen Vittel. Das Vittel ist immer noch alle. Ich weiche auf sprudeliges Mineralwasser aus und gehe zielstrebig zum Bücherregal.
Seit etwa 25 Einkäufen arbeite ich mich zielstrebig durch den "Reiterhof Dreililien". Die Schicksale von Nell, Jörn und Matty berühren mich, weil sie so wunderbar trivial sind. Endachtziger politische Korrektheit. Vegetarier, Tierliebe und Demonstrationen gegen Atombomben. Es ist nett und es macht mir Spaß. Zwei oder dreimal haben Verkäuferinnen mich darauf hingewiesen, daß dies keine öffentliche Bibliothek wäre, dann gaben sie auf und gewöhnten sich an mich.
Ich zahle bei Frau Timm und lausche interessiert den Ausführungen eines Girlies, das blaue Klemmen im Haar trägt und eine Teeniezeitschrift unter dem Arm. Sie informiert ihre Freundin und alle Umstehenden über die Vorzüge von Raffaelo gegen über Rocher.
Dann trage ich meine Beute nach Hause. Moderne Jäger und Sammler auf Nahrungssuche.

Photos? Weiter lesen...

FH-Ball Recap

sparrow | 01. Februar 2000, 22:10 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



*schnauf* Eine weitere Hürde und das absolute Streßwochenende gemeistert. Ich bin zufrieden mit mir und kann mich jetzt mit voller Kraft auf die nächsten Wochen konzentrieren, die nicht weniger angstrengend werden.
FH-Ball und VWL-Klausur an einem Tag sind tatsächlich zu bewältigen. Ein rauschendes Fest war es. Sindy legte letzte Hand an meine Frisur, die mit unendlich viel Haarspray und noch mehr Klemmen auch tatsächlich den ganzen Abend an dem vorbestimmten Platz blieb.
Sollte Lorenz sich in Zukunft noch einmal beschweren, daß er sich so einsam fühlt, werde ich ihn dezent, aber bestimmt an dieses Wochenende erinnern. Rabea gekrault, Sindy gekuschelt, mal nebenher mit seinem irren Tanzstil die gesamte Tanzfläche aufgemischt und dann auch noch mit Christina geflirtet, daß einem beinahe die Unterlippe runterklappte.
Das ist aber meistens so: Man engagiert ihn als Photographen und stellt sich vermutlich vor, er würde sich still und heimlich hinter seiner Kamera verstecken. Was jedoch macht der Kerl? Er amüsiert sich prächtig und wickelt im Vorbeigehen die gesamte weibliche Belegschaft um den Finger. Ich hab es ja schon immer gesagt: Der tollste Mann der Welt. :o))
Ich werde Photos scannen und einlinken, sobald ich Hand an die Filme legen kann.

Weiter surreale Erlebnisse mit Kindern: (Will mir jemand etwas sagen?)
Kleines Gör, vielleicht vier, fünf Jahre alt mit einer dieser Kasperlmützen, die auch das Kinn warm halten, schaut mich groß an und murmelt etwas in seinen nicht vorhandenen Bart. Ich frage höflich: "Wie bitte?" Das Kind (schmollend): "Nüx!" Ich gehe weiter und kriege ein "Du bist ja Pippi Langstrumpf" hinterher gebrüllt.
Was soll ich davon halten? Ich habe weder zwei abstehende Zöpfe, noch rotes Haar.
Das Leben ist merkwürdig.

Reha, falls Du mal hier liest, melde Dich doch bei mir. Ich hab eventuell ein paar Ideen für Dein soon-to-be Diary.

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