Baum

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a sparrow, not a feature

Felzmann - der Schuhspezialist

sparrow | 26. Juli 2006, 22:37 | Shopping | [1] Kommentare



Mein mit Abstand allerliebster Schuhladen in München ist Felzmann zwischen Viktualienmarkt und Marienplatz, direkt am alten Peter vorbei.

Felzmann verkauft Gesundheitsschuhe in Schick - Ganter, Think!, Finncomfort, Birkenstock und ähnliche Marken finden geneigte Käufer. Ganz groß finde ich, dass sich die Damen und Herren von Felzmann für jeden einzelnen Kunden richtig Zeit nehmen. Sie hören zu, sehen sich ausgewählte Modelle an und verschwinden im Lager. Vollbepackt mit Kartons rücken sie wieder an mit dem lapidaren Satz: "Ich hab da noch was gefunden, was Ihnen gefallen könnte."
Leider dauert es zu Stoßzeiten manchmal ein bißchen, bis der eigene persönliche Fashionberater Zeit hat, allerdings macht die Qualität des Services das alles wieder wett.

Ich kaufte übrigens ein lustiges Paar Mary Janes von Ganther, die meine Verkäuferin anschleppte und hätte noch gekauft diese lustigen Sandaletten von Think in Rot mit dem Gebamsel, die aber nicht mehr verfügbar waren. Die finde ich nämlich richtig cool.

Die Schuhe sind übrigens naturgemäß nicht ganz günstig, haben dafür aber Topqualität und sind ausgesprochen bequem. Wer es billig mag und lieber desinteressierte kaugummi-kauende Aushilfsblondinen auf 400 EUR Basis will, kann ja zu Deichmann gehen.

Lemming - wirres französisches Intellektuellenkino mit Psychotwist

sparrow | 26. Juli 2006, 22:13 | Kinogänger | [1] Kommentare



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Ein junges, verliebtes Paar. Er ist ein erfolgreicher Ingenieur, sie hütet das Haus, abends kuscheln sie sich aneinander. Bis man ein vermeindlich dahingeschiedenes Nagetier aus dem Abfluss zieht, welches sich als springlebendiger Lemming entpuppt. Bis die Frau des Chefs zum Abendessen anrückt, sich hochgradig unpassend benimmt, einen Tag später dem verliebten jungen Ehemann Avancen macht und - als dieser sich nicht kooperativ zeigt - eine perfide, nachhaltige und wirkliche fiese Rache übt.

Soweit die Geschicht ohne Spoiler. Der blöde Lemming wird geschickt als metaphorischer Überbau genutzt. Das führt dazu, dass man auf der Sesselkante hockt und betet, dass endlich mal jemand drauflatscht auf das verdammte Vieh. Ich muss gestehen, dass ich kurz davor war, die Hauptdarsteller anzufeuern: "Jetzt mach schon, da hinter der Wäschetonne! Tritt drauf! Gib's ihm!"

Der Spannungsbogen ist mit fiesen Hitchcock-Methoden aufgebaut: Ständig dissonante Klaviertöne in alltäglichen Situationen. Da! Eine Tür! Oh mein Gott! Ein Treppenaufgang. Fies. Der Spatz weilte zu all diesen Situationen mit Fingern in den Ohren unter dem Sitz und fragte nur ab und an, was denn jetzt grad passiert wäre. "Sie ging die Treppe rauf" flüsterte der andere Schatz. Oder "Er parkt".
Am gemeinsten fand ich eine Autofahrt mit Walzer im Hintergrund. Sie fahren Serpentinen entlang. Sie fahren durch einen Tunnel. Sie fahren weitere Serpentinen. Folter! Für meine Nerven war das gar nicht gut.

Die Schockmomente waren präzise gesetzt und hauptsächlich deshalb schockierend, weil sie nicht ankündigt wurden und in schöner Regelmäßigkeit alltägliche Situationen zu einem echten Horror werden ließen.

Ich habe mich gut unterhalten, verstanden habe ich den Film allerdings nicht. Ich gebe 3 von 4 Sternchen.

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