Herr W. referiert über seine
sportlichen Aktivitäten. Da kann ich zu beitragen.
Seit der (Ex-)Tanzpartner sich auf und davon gemacht hat, habe ich so gut wie keinen Sport mehr gemacht. Von drei bis vier mal die Woche Training auf 0 runterzufahren, hat Vorteile. Man hat auf einmal viel viel Zeit, die man in den Job und in andere Projekte stecken kann. Nachteil ist, dass man sich nicht vernünftig bewegt.
Ich hatte dann diese romantisch verklärte Vorstellung, wie ich selbst mit dynamisch hüpfendem Pferdeschwanz die Isar rauf und runter laufe, mit sauberen, ausgreifenden Schritten, den eigenen Atem im Ohr, der ruhig und gleichmäßig im Takt der Schritte geht. Dazu trüge ich eine 3/4 Trainingshose, aus der meine muskulösen, straffen, glattrasierten Waden hervorschauen. Bei Wind und Wetter wäre ich unterwegs, nass geregnet käme ich heim und wäre entspannt und gelöst und würde bei passender Gelegenheit verkünden, dass ich ohne meinen täglichen Lauf üb-er-haupt nicht zu gebrauchen sei. Man brauch das, diese Bewegung, das ist ja auch meditativ und so und da kommen einem die besten Ideen und nach Kilometer 50 schüttet der Körper Endorphine aus, das ist wie Schweben.
Der andere Schatz hatte irgendwann die Schnauze voll und forderte mich unmissverständlich auf, endlich vernünftiges Schuhwerk zu besorgen.
Voller Motivation sprintete ich also los. Statt der 3/4 lange Hose und der durchtrainierten Waden trug ich eine abgelegte blaue Trainingshose von der Schwester - jeder fängt ja mal klein an.
Nach circa drei Schritten fiel mir wieder ein, warum ich Laufen in der Schule so gehasst habe. Ich habe nicht einen einzigen Koopertest geschafft. Spätestens in Minute 7 hatte ich keinen Bock mehr. Und das war zu einer Zeit, als ich pro Woche locker 80 km mit dem Fahrrad fuhr, 3 Mal normales Tanztraining und einmal Ballett machte, sang, nicht rauchte und überhaupt ziemlich fit war - im Vergleich zu jetzt und so.
Am schlimmsten fand ich den jährlichen Herbstlauf, wo der gesamte Jahrgang für einen Tag ausgelagert wurde und rund um den Bornekampteich hechten musste. Ich gehörte regelmäßig zu den armen Würstchen, die sich erst versucht hatten zu drücken, dann vom Sportlehrer gefangen und bearbeitet wurden und dann mit dem kümmerlichem Rest im kümmerlichen Trott drei Stunden nach den Besten im Ziel ankam.
Dann war meine erste Liebe laufbegeistert. Wir starteten zu zweit einen Versuch in der Uelzener Heide - ich sportlich in weißen kurzen Sporthosen und geflochtenen Zöpfen. Katastrophal! Und ich konnte mich noch nicht mal auf eine Bank setzen, sonst hätte ich mich ja übelst blamiert.
Laufen als Sport fand ich schon von jeher sinnlos und ineffizient. Der Weg ist das Ziel my ass. Man will ja irgendwo ankommen und zwar im Zweifel ziemlich schnell und da ist das Fahrrad einfach besser.
Wie ich diese einfachen Fakten in den letzten 10 Jahren vergessen konnte, ist mir unerklärlich. Es mag an den ganzen glücklichen Joggern liegen, die an schönen Sonntagen die Isar-Radwege blockieren.
Jetzt weiß ich es auf jeden Fall wieder. Und es hat mich auch nur 160 EUR gekostet.
Braucht jemand ein paar Laufschuhe in Größe 39/40? Fast unbenutzt!
Ich möchte bitte auch englisch sein. Dann hätte auch ich Simon Fuller und nicht Dieter Bohlen.
Simon ist großartig. Bösartig auf hohem Niveau und gleichzeitig sehr sehr herzlich. Mit dem möchte ich bitte mal ein Bier trinken gehen.