Baum

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a sparrow, not a feature

Not my Day

sparrow | 30. August 1998, 13:40 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Tage gibt es, die sollte man am besten aus dem Kalender streichen.
An solchen Tagen stellt man fest, daß man den Geburtstag eines ganz lieben Freundes verpennt hat. Und das dieser Freund sich ganz weit weg abgesetzt hat, so daß jetzt nur eine ganz unterwürfige Karte bleibt, auf der man krampfhaft den beginnenden Alzheimer zu entschuldigen versucht.
An solchen Tagen stellt man fest, daß man eben völlig spontan den fast fertigen Opfer-Täter-Dialog gelöscht hat und auch keine Back up-Diskette hat.
Man bemerkt, daß der Sommer räudig war und der erhoffte karamelbraune Teint nicht vorhanden ist.
Man steigt auf die Waage und bemerkt voll Entsetzen, daß diese sechs Kilos mehr anzeigt, als noch vor drei Wochen.
Das Geschirr ist nicht gespült und die Nutella ist alle.
Auch die Tröst - Schokolade ist weg.
Diana ist tot.
Das Leben ist fies und gemein.
Das Bankkonto zeigt gähnende Leere.
Die Telefonrechnung ist astronomisch.
Auch das Fernsehprogramm versagt.
Keiner hat mich lieb.
Da ist ein Pickel an meinem Kinn und der Hausmeister will gegen Kakerlaken in meinem Hausflur kämpfen.
Zwei Hausarbeiten warten darauf, daß ich sie schreibe und die Rede für die Immatrikulationsveranstaltung hab ich auch noch nicht angefangen.
Ich boykottiere diesen Tag.

Boomerang

sparrow | 29. August 1998, 13:39 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ein Boomerang ist ein Gerät, das man von sich weg wirft. Vorzugsweise weit weg. Und während man noch drei Kreuze macht, weil man es endlich los ist, trifft es einen volle Kanne im Nacken. Sympathisch und charmant.
Ein solcher Boomerang waren beispielsweise die siebziger Jahre. Polyesterhemden und eklige Blümchenmuster in orange und braun. Diese Zeit hab ich zwar nur ansatzweise miterlebt, aber ich weiß aus Bildern, daß sie ernstlich schlimm gewesen sein müssen.
Kollektive Geschmacksverirrungen in Ekelfarben und Ekelstoffen. Das Revival konnte ich allerdings aus nächster Nähe bewundern. Mitsamt Brady Bunch und Haifischkragen. Jaja.
Auf die Rückkehr der Achziger warte ich mit Horror. Man schaue sich doch nur die Frisur und das Make-up von Whitney Houston im Video "I wanna dance with somebody" an. Grauselich.
Der Grund, warum ich das jetzt erwähne, ist der folgende: Heute sah ich einen Menschen auf einem Skateboard. Und begab mich auf eine Zeitreise in das Jahr.. äh... das genaue Jahr hab ich vergessen. Auf jeden Fall war ich so zwischen dreizehn und vierzehn und hing mit einer Gruppe von Skater rum, die überall hin "Skate or die" malten und sich furchtbar cool vorkamen, wenn sie nicht grad über ihre Streetwarehosen stolperten.
Ich dachte, die wären wir los? Wohl zu früh gefreut. Auf jeden Fall stand ich da und schwankte zwischen diversen Gefühlen. Abscheu. Sentimentalität, etc. Da hab ich mich alt gefühlt. So richtig alt. Mein persönlicher Boomerang war also heute ein Skateboard. Selbstverständlich eins mit durchgängigem Grip.
Was kommt als Nächstes? Nein, ich möchte es gar nicht wissen...

ehrenamtliche Krankenschwester

sparrow | 27. August 1998, 13:37 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Heute bin ich ehrenamtliche Krankenschwester. Der Lorenz ist nämlich ganz furchtbar krank. Furchtbar! Er leidet und keucht und hustet und schnieft und krächzt.
Ich hege und pflege so gut ich kann. Grad ist er eingeschlafen, was für mich Grund genug ist, mir seinen PC unter den Nagel zu reißen, um die DC auf dem Laufenden zu halten.
Und natürlich um Ducky daran zu hindern, rum zu maulen, weil nicht genügend Einträge zu ihrer Unterhaltung vorhanden sind. Ducky, hast Du Dir schon mal überlegt, eine Zeitung zu abonnieren?
Obwohl sie wahrscheinlich doch meckern wird, weil ich diesen Eintrag, genau wie den gestern, erst am Montag hochladen kann.

Ich bin also, wie schon gesagt, schwer beschäftigt damit Hühnersüppchen zu kochen und Tee ans Bett zu bringen und mit Liebe und Wick Vaporup alles alles wieder heil zu machen.

Gedichtekiste

sparrow | 26. August 1998, 13:37 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



"Dancing in the Moonlight", trällern die Smashing Pumpkins hinter mir. Ich bin melancholisch und sentimental. Melancholisch, weil es regnet. Sentimental, weil ich grad meine Kiste wiedergefunden habe.
In meiner Kiste befinden sich meine frühen Gedichte. Damals - lang ist es her - dachte ich noch, Lyrik wäre meine Berufung. (Nein Tzwenny, ich geb keines davon für Deine Jugendsünden her. Schließlich hab ich auch meinen Stolz ;o))

Ich habe mich also bis gerade eben durch einen ganzen Stapel grottenschlechter Liebesgedichten gelesen und bin jetzt sentimental.
Denke voll Wehmut an die Zeit zurück, als man mit Herzklopfen die schuleigene Cafeteria betrat, um einem Jüngling namens Daniel zu huldigen.
Einmal hat er mich von seiner Milchschnitte abbeißen lassen. Den Tag habe ich rot im Kalender angekreuzt.
Es war zwar verteufelt schwer, einen Reim auf "Daniel" zu finden, aber wo die Liebe hinfällt...
Nein, ich werde dieses Gedicht hier jetzt nicht veröffentlichen. Schlechte Liebesgedichte sind etwas, was man frühestens an seinem fünzigsten Geburtstag der Öffentlichkeit preis gibt. Wenn überhaupt!
Außerdem hab ich Daniel letztens mit hochrotem Kopf beim Frauenarzt getroffen, wo er verzweifelt versuchte sich hinter einer Ausgabe von "Bild der Frau" zu verstecken.

Apropos Verflossene. Ich hatte gestern eine Begegnung der dritten Art.
Der Mensch mit dem ich Händchen gehalten hab, als ich dreizehn war, sprach mich in der Fußgängerzone an. Und entschuldigte sich. Dafür, daß er spontan aufgehört hatte, mit mir Händchen zu halten. Und von dem Zeitpunkt an kein Wort mehr mit mir wechselte. Sieben Jahre lang hat er nicht mit mir geredet. Bis jetzt.
Männer, vielleicht hab ich doch noch Hoffnung.

Bei dem Wetter bekommt Walt's Frohes Duschen eine völlig neue Bedeutung. :o)

Wann kommt der Sommer?

sparrow | 24. August 1998, 13:34 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Wann wird's mal endlich wieder Sommer
ein Sommer, wie er früher einmal war.
Ja, mit Sonnenschein von Juli bis September
und nicht so naß und so sibirisch wie im letzten Jahr


Ich singe beschwörend vor mich hin und swinge vor dem Compi hin und her. Draußen regnet's. Mir ist kalt. Aber ich habe eine Mission. Und die heißt: "Sonne, komm heraus, schubschubschubidu, schein auf die vielen Haus, schubschubschubida."
Zur Unterstützung meiner selbstgewählten Aufgabe hab ich mich in ein kurzes Höschen geworfen. Und die Sonnenbrille trag ich auch. (Die aus Melody's Wunderkiste)
Des weiteren habe ich Sonnencreme aufgetragen und bibbere jetzt vor mich hin. Während ich singe.
Wann wird's mal endlich wieder Sommer...lalalalala.
Ich weigere mich, dieses Wetter so stehen zu lassen. Ich fordere mein jährliches Quantum an Sonne. Jetzt. Sofort.
*SONNE HABEN WILL

Wellenbrecher - Die Nachwirkungen

sparrow | 23. August 1998, 13:30 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich bin vor meinen Eltern an den PC geflüchtet, da meine Eltern mich nur noch schweigend und kopfschüttelnd anstarren.
Beim Abendessen brach ich in hysterisches Gekicher aus, als meine Ma eine Schale mit Oliven auf den Tisch stellte. Darauf hin erntete ich desorientierte Blicke.
Auch meine schicke neue Sonnenbrille wurde mit Unverständnis betrachtet. Dabei hält das kleine Schirmchen so wunderbar die Regentropfen ab.
"Völlig übergeschnappt!" sagte mein Vater. Der Grund? Der Wellenbrecher.
Wenige Stunden mit Tinka, Melody und dem Salat reichen aus, um aus einem friedlichen, stillen Geschöpf ein irre gackerndes Wesen zu machen, daß wild durch das Haus tanzt und dabei nach ICQ und einem Modem brüllt.
"Was ist denn ICQ?" fragt meine Mutter. "Immer wenn sie unverständlich brabbelt, geht's ums Internet", sagt meine Schwester. "Gehen wir lieber!" meint mein Vater. Keiner versteht mich.
Jedenfalls nicht die Leute in der Realität. Online, offline und die Realität. Nach der eischen Definition. Wobei online und offline eigentlich fast das gleiche ist, wenn man mit Onlinern offline ist. Umgekehrt geht das übrigens nicht. Mit Offlinern online. Die fragen nämlich dann immer bloß. Weil Offliner online DAU's sind.
Ähm.. Ich glaub ich leg mich schlafen. Lang und ausgiebig. Versuche das Chaos hinter mir zu lassen. Wird wahrscheinlich nicht gelingen, da ich gleich morgen ins Internet - Café heizen muß, um zu sehen, ob Melody die Bilder ins Netz geworfen hat, die Ei mit der Digicamera aufgenommen hat. Und um die Welt zu informieren, daß die Diary - Connection keinesfalls eine Mafia ist, wie ich fälschlicherweise mal behauptete. Es ist eine Selbsthilfegruppe. Wobei die Hilfe zu kurz kommt. Und überhaupt: Hilfe wobei?
Das fragte sich die nette Kellnerin auch, als wir auf und unter den Tischen lagen vor Lachen, nur weil sie ein unschuldiges Frühstücksei brachte.
"Online! Internet! Nicknames!" erklärte Tinka überaus verständlich, während Melody versuchte, die Dame davon zu überzeugen, daß auch für sie eine Homepage und ein Tagebuch unumgänglich sein.
Gott, muß die froh gewesen sein, als wir endlich gingen. :o))

image Was hat Walt nur gedacht, als er meine Bedingungen für den Gustav entwarf?
Der Gustav ist das walt'sche Aquivalent zum Oscar. Mit dem kleinen Unterschied, daß man wilde Bedingungen erfüllen muß, bevor man ihn sich ins Regal stellen darf.
Ich muß folgendes tun: Einen hypothetischen Opfer-Täter-Dialog schreiben, der mindestens 900 Wörter lang sein muß. Der Täter ist beliebig wählbar.
Er oder sie muß nur ein Glas Melonensaft aus dem 5. Stock schütten. Auf das sechzehnjährige Opfer drauf. Dieses ist nicht nur pubertär, sondern auch noch schwatzhaft. Welch ein Glück, daß der Täter so hoch oben ist. :o)
Ich persönlich würde einen authentischen Live-Bericht vorziehen. Dazu müßte ich natürlich noch ein Opfer auftreiben. Hey Tzwenny, was machst Du dieses Wochenende?
Und Melonensaft brauch ich auch noch. Zur Inspiration. Und meine Schwester muß her. Damit der Dialog so lebensecht wie nur irgend möglich wird. Ich kipp ihr dann das Zeug auf den Kopf und guck, wie sie reagiert. Das ist ja dann hypothetisch, weil ich nur hypothetisch im 5. Stock bin. Tatsächlich aber genau neben ihr stehe.
Das Problem ist, daß sie mich höchstwahrscheinlich verprügeln wird, hypothetisch oder nicht. Und dann ist ist nicht mehr lebensecht, denn wenn sie das Opfer wäre und ich der Täter würde ich im 5. Stock feixen, während sie auf der Straße tobt.
Vielleicht kann ich ja den (beliebig wählbaren) Täter zu einem zwei - Meter - Menschen machen. Ob Ducky oder Tinka wohl ein paar Linebacker stundenweise vermieten? Mal sehen, mal sehen....

Sehnsucht

sparrow | 21. August 1998, 20:19 | Kolumnen | [0] Kommentare



Das bohrende Gefühl steigt. Höher und höher. Unaufhaltsam. Es erreicht die Lunge. Sie ringt nach Luft, glaubt ertrinken zu müssen. Kurz bevor die Ohnmacht sie überwältigt, speit sie es aus. Schreit die Sehnsucht der Dunkelheit entgegen.
Das Gefühl prallt ab und kriecht als vielfältiges Echo an ihr hoch. Sehnsucht, Sehnsucht, Sehnsucht gellt das leise Flüstern in ihren Ohren. Höhnisch klingt es, spöttisch. Je leiser es wird, desto lauter dröhnt es in ihren Kopf, wie die Pauke ihrer ganz persönlichen Strafgaleere.
Mit jedem Schlag krampft sich das Herz rhythmisch zusammen, gehorcht willenlos. Pumpt das Verlangen durch die Adern, bis auch die letzte Pore lautlos aufschreit. Der Hunger ihrer Haut treibt sie in den Wahnsinn. Stumm fleht sie um Erlösung, doch die Luft schweigt still und bläst weiter Sehnsuchtsatem ins Gesicht.

Sie rennt. Läuft, so schnell sie kann. Hetzt, wie gejagt. Will davonlaufen, doch die Sehnsucht sitzt schon huckepack auf ihren Schultern und treibt ihr die Sporen in die Seite.
Sie stoppt abrupt. Keucht. Der Puls geht viel zu schnell. Will weinen. Der Hals ist zugeschnürt. Die Sehnsucht klammert sich an die Seele. Stahlharter Griff, eiskalte Finger.
Schluchzend malt sie eine nachtschwarze Blume an die Wand. Haucht der Zeichnung all die Liebe, all die Verzweiflung ein. Leben auf Beton. Tritt zurück. Betrachtet das Bild. Pflückt die Pflanze, wie im Fiebertraum und zertritt sie auf dem Asphalt. Will die Liebe zertreten. Will Gleichgültigkeit. Will Haß. Sie beginnt zu weinen. Tränen verbrühen das Herz. Der Schmerz wütet durch ihre Eingeweide. Sie ruft um Hilfe.

Frieden. Frieden. Wenn sie doch nur Frieden finden könnte.

Dunkelland

sparrow | 21. August 1998, 19:43 | Kolumnen | [0] Kommentare



Manchmal finde ich den Weg nach Dunkelland.
Dort wandere ich still durch einsame Wälder. Tannen stehen dicht an dicht und Unterholz versperrt den Pfad. Ich gehe und schlage, das Gesicht zerkratzt von Brombeersträuchern.
Dunkelland fängt mich auf, streichelt wie ein Liebhaber und höhnt wie der schlimmste Neider. Legt dunkle Samtschatten über die zerschundenen Wangen und flüstert Versprechen, die schon gebrochen sind, während das Echo noch hallt.

Dunkelland kenne ich gut.
Oft wandele ich hier auf einsamen Straßen. Nicht ein Licht erleuchtet die Nacht, doch kenne ich jeden Stein und finde mich, wie ein Schlafwandler. Weiche blind tiefen Traumschluchten aus und bleibe auf den ausgetretenen Wegen.
Schlafend taste ich nach kleinen Steinchen. Schlafend drehe ich sie und untersuche jedes auf Fehler in der Struktur. Jene finde ich in mannigfaltigem Reichtum. So viele Steine.
Zupfe einen spitzen Dorn aus der Fußsohle, wende ihn betrachtend nach links und rechts und stecke ihn behutsam wieder an seinen Platz. Ich würde ihn missen, wäre er nicht da.

In Dunkelland lasse ich Gedanken aufsteigen wie Luftblasen aus düsterem Brunnen. Tiefe Dunkelteiche erschaffen schwarze Seerosen. Der Duft betäubt. Hypnotisiert.
Ich folge dem Parfum der Nacht in Untiefen und Treibsandzweifeln. Ertrinke mit Lächeln auf den Lippen.
In Dunkelland ist das vertraut.

Taten und Daten der letzten fünf Tage

sparrow | 18. August 1998, 22:57 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Samstag:


  • großäugigem Kindercharme erlegen

  • Bratwurstgrillcharme erlegen

  • Bad geputzt

  • Zähne geputzt



Sonntag:


  • Viel zu früh aufgestanden

  • 1 Stunde sinnlos durch den Wald gerannt

  • 1 Stunde sinnlos zurück gerannt

  • 1/2 Stunde zusätzliche Rennerei, weil verlaufen (Nicht meine Schuld!)



Montag:


  • chwärzwäldrigem Kirschtortencharme erlegen

  • Philadelphiatorte gegessen

  • Kalte Schnauze gegessen

  • Obstkuchen gegessen

  • Waage außer Betrieb gesetzt

  • Geburtstagsgeschenk bei Rabsi abgeliefert

  • frohlockend und juchzend Vespa gefahren (lautstark)



Dienstag:


  • Rest der Torten gegessen

  • entdeckt, daß Lori's Spezial - Hot - Dogs Charme haben.

  • charmanten Dackel ausgeführt (der Dackel, der kein Dackel ist...)

  • Cyber - Café aufgekauft

Kitschige Vierzeiler auf rosa Papier

sparrow | 14. August 1998, 22:52 | ganz alter Kram | [1] Kommentare



Aus der Reihe: Kitschige Vierzeiler auf parfümiertem rosa Papier.


Oh, Wolken verhangener Mond
Oh, zierlich Blümlein, einem Sterne gleich
So klein und doch so nah dem Himmelreich
dein samt'ge Schönheit über'm grünen Grase thront.


In geistiger Umnachtung
Lorenz und Rebekka


Staubfrei

sparrow | 13. August 1998, 22:49 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



13. August 1961 - Mauerbau in Berlin.
Kisses that are easily obtained are easily forgotten.

Wenn ihr heute in der Zeitung folgende Schlagzeilen findet: "Verrücktes Pärchen treibt Unwesen auf dem D'dorfer Flughafen", dann bin ich das. Zusammen mit das Lorenz. Eigentlich wollten wir nur ein Auto abholen, aber irgendwie... äh... tja...
Es scheint, als würde uns das Chaos auf Schritt und Tritt verfolgen. Der Höhepunkt war, als wir in einer Ankunftshalle wild winkend ankommende Urlauber begrüßten. Die fühlten sich zwar herzlich willkommen geheißen, waren aber letzendlich doch etwas irritiert.:o)
Unseren Plan, einigen spontan um den Hals zu fallen, um unsere Wiedersehensfreude auszudrücken, haben wir dann aber doch aufgegeben. War vielleicht besser so. *Höhö*

Mein Arbeitsplatz wird gerade staubfrei abgedichtet, da morgen das Dach aufgeschraubt wird.
Ich tippe wie wild. Habe eine steile Konzentrationsfalte auf der Stirn. Eigentlich könnte ich mir auch noch ein Schild umhängen. Arbeite hart! Bitte nicht stören! Demonstrativ halt. Damit auch ja keiner auf die Idee kommt, ich hätte Zeit mit zu helfen. Jetzt schleppen sie Möbel.
Vorsicht Papa, daß Du nirgendwo anstößt. :o)

Mein Leben ist langweilig

sparrow | 12. August 1998, 22:47 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Mein Leben ist langweilig. Alle anderen erleben spannende Abenteuer. Ich nie.Angel sucht Pilze und durchlöchert sich.Olive macht Radtouren.Tzwenny urlaubt. Ducky brüllt: "Raa Raa Raa!" und wedelt mit Pompoms in der Luft herum. Melody überrascht. Zauberfee wird überrascht. Und so geht das einmal quer durch die Bank.

Das einzig Interessante, was mir heute passiert ist, war das Mittagessen.
Da haben sich meine Eltern mit Nudeln beworfen. Ich glaube immer mehr, daß ich "the singel sane person" in meiner Familie darstelle.
Das meine Rabsi - Schwester einen Hau hat, hab ich, glaub ich, schon mal erwähnt.
Seit drei Tagen verkündet sie ununterbrochen, daß gaaar niemand sie lieb habe. Dabei schiebt sie Unterlippe bis zum Anschlag vor. Wie sie dabei noch reden kann ist mir ein echtes Rätsel. Faszinierend eigentlich.

Gestern war ich im Kino. Armageddon. *Schluchz* Bei der Rede des Präsidenten hab ich angefangen zu heulen und erst wieder aufgehört, als das Panavision - Zeichen erschien. Jede heroische Tat, jeder pathetische Satz wurde mit Tränenfluten gefeiert. Und davon gab es eine Menge!
Lorenz hat mitgeheult. Mit ihm gehe ich am liebsten ins Kino. Man kann dann so schön Taschentücher austauschen. :o)

Vorher haben wir McD gestürmt und sind hüpfenderweise quer durch den gesamten Dortmunder Hauptbahnhof getanzt, wobei wir uns gegenseitig die Füße plätteten. Wiener - Walzer - Rhythmen eignen sich vortrefflich dafür.
Ab wann ist man eigentlich zu alt, um infantil durch die Gegend zu hopsen?

Ansonsten ist mein Leben ausgesprochen ereignislos. Ich werde mich gleich zurück in meine Hängematte begeben und Melody um ihren Laptop beneiden. Die kann auch in der Sonne tippseln.

Apropos., ist der Laptop eigentlich das technische Äquivalent zum Schoßhund?

Schluß gez'! Die Sonne ruft. Bo))

Bilderbuchpuls

sparrow | 10. August 1998, 22:46 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



*Trööööööt* Bäck again. Hab mir mal einen kleinen Online-Urlaub gegönnt. Weil ab und an tut das nötig sein.
Aber gez' bin ich wieder hier und Ducky kann ihre "Wanted"-Blätter einsammeln :o)))

Hach Kinders, geht es mir gut. Die Sonne scheint. *träller* Genau das richtige Wetter um volle Lautstärke im Auto Grönemeyer's Mambo zu grölen und dabei wild mit Armen und Beinen zu zucken. Ich dreh' hier schon seit Stunden.. *lalalalala*

Ratet mal, was ich habe. Ich habe einen Bilderbuchpuls. Joho.
Ich hab nämlich heute mal meinen Lieblingssanitäter mit seinem EKG an mich rangelassen. Bin aber stiften gegangen, als er anfing, den Defilibrator (schreibt man den so?) warm laufen zu lassen. :o) Defis sind allerhöchstens was für Krankenhausserien. Aber nix, gaaar nix für mich. *höhö

Hab ich schon erwähnt, daß es mir gut geht? Ich schwing mich jetzt auf Gästebuchtour. Weil..
ÜBERHAUPT ALLES WUNDERSCHÖN IST....

Herz ist weg

sparrow | 09. August 1998, 22:45 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Hab mein Herz
in Heidelberg
verloren.

Volltrottel

sparrow | 06. August 1998, 22:44 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich bin ein Esel. Ein kompletter Volltrottel. Ein Idiot quasi. Hab ein halbes Vermögen dafür bezahlt, damit ich meinen neuen Tagebucheintrag hochladen kann. Und wat mach ich? Vergeß das Ganze zu verlinken. Das heißt, daß über drei Tage ein neuer Eintrag da war und keiner ihn sehen konnte. Ist dasselbe, wenn man ein Zimmer baut und die Tür wegläßt. Näää. *vor den Kopf schlag*

Ich hab den Dackel getroffen. Das wohl herrausragenste Merkmal am Dackel ist, daß er alles mögliche ist. Nur halt kein Dackel. Äh.. Der Dackel ist also ein Hund, der kein Dackel ist, aber Dackel heißt. So weit klar? Eigentlich ist es sogar eine Dackeline. Äh.. naja.
Es ist spät. Ich geh ins Bett. Macht's gut Ihr Lieben.

Laufburschenleben

sparrow | 05. August 1998, 22:40 | ganz alter Kram | [1] Kommentare



Gestern hab ich endlich mal meine Wettschulden eingelöst. Hab nämlich mit Cochise gewettet, daß Deutschland nicht ins Viertelfinale kommt. Tja, Pech gehabt.
Zum Glück hab ich für meinen Tip Weltmeister Schweden nicht auf einen Einsatz bestanden.
Auf jeden Fall war ich halt grad in der Nähe und hab ihm einen Plüschelch überreicht, den er dann zufrieden kuschelte. Männer und ihre Spielzeuge.

Ansonsten komm ich zu nix, schon gar nicht zum Ausruhen, weil ich hauptberuflicher Laufbursche bin. Für alle. Hetze von Hinz zu Kunz und wieder zurück. Und in die Stadt. Und zum Papiercontainer.
Dabei wollte ich in dieser Woche sooo viel machen. Jetzt ist schon wieder Mittwoch und das Wochenende naht mit riesengroßen Schritten.

Ich hab mal eine elementare Frage zur Natur von Sechzehnjährigen: Gehört es zu deren Lebenszielen so viel Unfug in so wenig Zeit wie möglich zu erzählen?
Hier mal zur Einsicht ein Gesprächprotokoll mit meiner Schwester. Eigentlich ein Monologprotokoll:

"Quatsch ich zuviel? (Kopfschütteln meinerseits) Papa sagt, ich red zuviel. Im Auto immer. Da erzähl ich ihm dann, was ich mal werden will. Philosoph möcht ich werden. Aber dazu müßte ich den Krempel kapieren, nicht? (Nicken von mir) Oder ich werd Psychiater. Nee, lieber doch nicht, da muß man einen Knall zu haben. Oder Genforscher. Auf jeden Fall was mit Natur. Weißt Du, wer die Gengesetze erfunden hat? (Geistesabwesendes Kopfschütteln von mir) Mendel. Der mit den Bohnen. Ach nee, das waren ja Erbsen. Ortrud hat Zuckererbsen im Garten. Die sind voll ekelig. Eigentlich sind die ja lecker, aber der Nachgeschmack ist widerlich. Die haben im Garten so'n kleines Stück... nee, eigentlich ein großes Stück.. also ein kleines großes Stück abgetrennt und da bauen die so Zeugs an. Zuckererbsen und so. (Zwei Minuten erholsame Stille) Oder eine Obstplantage!"


Das war der Moment, an dem ich einfach nur noch in hysterisches Gelächter ausbrach. Eigentlich hab ich die ganze Zeit über gekichert. Sie war dann letzendlich beleidigt und ist zu meinen Eltern gelaufen, um zu verkünden, wie sie ihre ersten vier Kinder nennen würde. (Julia, Birgitta, Steffi Starry und Annette)
Und jetzt bitte möchte ich wissen: Ist das ein familieninternes Problem? Spinnt nur meine Schwester? Oder tun das generell alle sechzehnjährigen Mädels? Sagt's mir! Ich bin nämlich ratlos.

Der Gockel

sparrow | 04. August 1998, 20:27 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Friedlich döse ich in meinem Abteil vor mich hin. Die Sonne knallt. Der Bilderbuchsommer zeigt nochmal, was er kann.
"Wuppertal-Vohwinkel" plärrt die blecherne Lautsprecherstimme. Selbst die Bremsen quietschen träger als sonst in der Hitze.
Da plötzlich weht ein frischgeduschtes Lüftchen herüber. Ein Lüftchen, welches sich offensichtlich in Rasierwasser gewälzt hat.
Langsam drehe ich mich herum, um nach dem Verursacher jener olfaktorischen Belästigung Ausschau zu halten.

Der öffnet gerade die Schiebetür und begutachtet nachlässig die anwesende Weiblichkeit.
Ein Jüngling von eher schmächtiger Statur - freundlich ausgedrückt - hat die Bühne betreten. Mit einer Dramatik, um die ihn selbst Rudolpho Valentino beneiden würde.
‚Der Gockel kehrt heim in seinen Hühnerstall', schießt es mir durch den Kopf.
Der parfümierte Knabe setzt sich nachlässig und schlägt die Beine übereinander. Er ist cool. Er ist der King. An diesem Samstagnachmittag gibt es niemanden, der ihm das Wasser reichen kann.

Ich betrachte ihn verstohlen oben bis unten. - Weißes Schlaghöschen, welches wohl seinen nicht vorhandenen Hintern betonen soll. Blaues Polyesterhemd mit Haifischkragen. (Ich dachte, die wären mit Ende der Siebziger verboten worden) Etwa 1,70 m groß. 1,60 ohne Schuhe.

Ich kichere leise. Trügen Pudel Gel, würden sie so aussehen, wie der Schopf dieses Bübchens. In die Mitte der Stirn fällt ein lässiges Löckchen, daß treu und tapfer niemals seinen Platz verläßt. Einbetoniert, möchte man fast sagen.
Er schielt über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg. Cool, wie seine Raverhelden es bei Viva tun. Samstagnachmittag, der Gockel auf Brautschau.

Er wägt ab, wie er mein amüsiertes Grinsen deuten soll. Interpretiert es einfach mal als Anmache. Nein, welch Kompliment. Eine ältere Frau, die sich für ihn interessiert.
Seine erotisch geschwungenen Lippen hauchen ein "Hi".
Ich ziehe verwundert eine Augenbraue hoch. Meint der wirklich mich? Das darf doch nicht wahr sein. Ein verkleideter Teen gräbt mich an.
Ich verbeiße mir mühsam ein lautes Auflachen und vertiefe mich wieder in mein Buch. So kriegt man mich nicht.

Er - noch lange nicht am Ende seines Reportoires - zückt seine Zigarettenschachtel und bietet mir galant eine an. Gibt fachmännisch Feuer.
Mein Blick trifft den des alten Mannes neben ihm. Wir nicken uns kurz zu. Verstehen uns ohne viel Worte. Gockel! Sagt unsere sekundenlange nonverbale Kommunikation.

Der Typ kaspert derzeitig herum, in der Hoffnung meinen Blick auf sich zu ziehen. Fährt sich mit der Hand durch perfekt sitzendes Haar, zupft das Mittellöckchen zurecht, und schielt immer wieder über den Rand seiner Sonnenbrille hinweg.

Nächste Station. Er muß aussteigen. Bevor er völlig verschwindet, lädt er mich mit einer Kopfbewegung ein, ihn zu begleiten.
Ich schüttle den Kopf.
Heute stehen Grillhähnchen nicht auf meinem Speiseplan.

Raststättenblues

sparrow | 03. August 1998, 22:27 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich bin rettunglos verloren. Eindeutig! Wir, das heißt meine Ma und ich sitzen auf dem Rastplatz Eichengrund fest. Weil kein Tiger im Tank. Genau genommen ist gar nix im Tank. Also ist mit Fahren nicht viel.
Mama kriegt einen Anfall nach dem nächsten und sucht eher verzweifelt nach der ADAC-Karte. Ich finde das Ganze ausgesprochen komisch.
Ah. Jetzt hat sie die Karte. WIE?? ICH??? Ich soll die Pannenhilfe anrufen? In keinem Fall! Bin viel zu schüchtern. Außerdem, was soll ich denen denn sagen? Ja, ich bin gefahren, na und? Du bist aber die Respektsperson hier. Und überhaupt ist das ja auch gar nicht mein Auto! Kann also gaaaar nix dafür. Ich hätte auf die Tankanzeige gucken sollen? Ich weiß noch nicht mal, wo die Tankanzeige liegt. (Es folgt ein Viertelstündiges Streitgespräch darüber, wer jetzt anrufen soll. Wir einigen uns meinen Vater an zu telenieren)
Also, das hier ist echt peinlich. Ohne Treibstoff liegen zu bleiben, ist das mit Abstand peinlichste, was einem passieren kann.
Meine Ma ist inzwischen losgedackelt, um unseren rettenden Engel von seiner Rettungstätigkeit zu informieren. Ich kritzle derweil auf schmierige Notizblätter, die ich unterm Sitz gefunden habe.
Im Zeitalter der Telekommunikation haben wir selbstverständlich auch ein Handy dabei. Nur leider weiß keiner von uns den PIN - Code. Höhö.
Ich glaube nicht, daß die Situation an Komik noch zu überbieten ist.

Soweit der Bericht von der Front. Inzwischen bin ich wieder heil zu Hause gelandet, nachdem mein Pa mit einem breiten, schadenfreudigen Grinsen auf dem Gesicht auftauchte und den segensspendenden Kanister entleerte.
Das alles ist selbstverständlich nicht meine Schuld, sondern die meiner Mutter. Schließlich hat sie mich spontan zu ihrem ehrenamtlichen Chauffeur ernannt. Von Arzt zu Arzt hab ich sie heute kutschiert.
Gleich werd ich meine eigenen Termine wahrnehmen und bei der Gelegenheit ins Internetcafe huschen, um diesen Eintrag hochzuladen und das tägliche Diaryjogging zu absolvieren.
Was gäbe ich nicht alles für einen häuslichen Anschluß. Aber vorher muß ein neuer PC her. Dieser hier hat ja noch Wasserschäden von der Sinnflut.
Sodele. Bis später.

Hab ich schon mal erwähnt, daß ich Computer hasse? Grad ist mir das Teil zum dritten Mal abgeschmiert. Deswegen werd ich aber den ganzen Krempel nicht noch mal schreiben. Ich bin doch nicht bescheuert.
Ich mach mich erstmal auf die Diary - Tour.

*kreisch* Die Mafia hat mein Gästebuch annektiert. Und über 200 Besucher waren auf meiner Page. Und 71 Leute in meinem Tagebuch.

Twzenny, was bitte soll das mit dem Gustav. Ich bin doch noch gar nicht fertig. Wartet nur mal, bis das, was im Augenblick in meinem Gehirn rumspuckt, Gestalt angenommen hat.
Und überhaupt, der Gustav - Award scheint in letzter Zeit mehr und mehr eine Strafe als eine Auszeichnung zu werden.
Ich mein, wer schreibt schon freiwillig 80 Gründe in Reimform, wobei die Reime mindestens mindestens 900 Wörter lang sein müssen und außerdem die Wörter Fußpilz, Mittagessen und Allgäu enthalten müssen. Also bitte!!