2 Tage
bis Südafrika.
Flugticket da. Paß da.
Mach doch mal die Musik leiser! Nandi ist richtig happy, wenn er nackig ist. Dann Oooooh. Das ist die Version die irgendso ein depressiver Mann schreibt.
Because I know that just one second, you'd be back to bother me.
Warte mal. Du wirst gleich sehen. At first I was afraid I was petrified. Boah. Hatten die sie noch alle? Wie SCHLECHT??
Warum gehen die Klassiker von ABBA so unter die Haut?
Chaosparty at Melody's. Eigentlich sind wir ganz friedlich. Eigentlich sind wir ganz normal. Wenn wir alleine sind. Und kein Modem haben. Oh mein Gott. Das geht echt unter die Haut. Pack das weg, pack das weg.
Teeheeeheeehee. (dreckiges Lachen)
Nein, ich glaube wirklich, daß das normal ist. Lorenz hüpft quer durch den Raum, schlug Modern Talking vor und wurde spontan gewürgt.
Dieser blonde Oberaffe, der hat sowas Reales.
Stilbruch.
Riding on a train. Ich gehe. Schnell. Weit weg. Aber ich hab sie trotzdem alle lieb.
Haltet Euch fern von Kirschbier, wenn Euch ein magendliches Wohlgefühl wichtig ist.
Haltet Euch fern von Onlinern. Sagte meine Mama auch, nachdem sie den Film "Der Tod kommt Online" gesehen hat. Welch ein Glück, daß sie heute abend nicht dabei ist.
Ein Sträußchen am Hute, den Stab in der Hand. Der Spatz zieht in wärmere Gefilde. Oder wie ein Freund sagte: "Spatzen sind zwar keine Zugvögel, aber dieser hier ist blond. Der fliegt einfach mit."
Addios Ihr alle.
Betroffenes Schweigen. Ja, Ihr mir auch.
1 Klausuren und 4 Tage
bis Südafrika.
Flugticket da.Paß da.
Dialog mit meiner Mutter:
Mama: "Ich bin grad dabei wegzuschmeißen. Das Reisebett auch. Was meinst Du dazu?"
Rebekka: "Mir egal, solange ich am Freitag einen Platz zum Schlafen habe."
Mama: "Hups! Dann wohl nicht."
Altbekanntes Problem: Die Kellersanierung geht in die Endphase und kein zusätzliches Bett ist verfügbar. Und die wollen mich tatsächlich wieder auf diese rückenfeindliche Matratze verbannen. Eher schlaf ich auf dem Sofa. Oder ich drängel mich in die Besucherritze im Ehebett.
Mein Wochenende ist auch schon wieder komplett verplant. Samstag Chaosparty, Sonntag das Endspiel des Jahres. Rabea schläft schon seit Tagen nicht mehr. Sie hat mich und Lorenz als Cheeringsection verpflichtet.
Ein "Zwei-Mann-100-Dezibel-Chor". Uns ist nichts peinlich. Aber Mama droht jedesmal,mich zu enterben, wenn ich nicht sofort den Mund halten würde. Rabea findet uns klasse. :o)))
Ist Euch mal aufgefallen, daß Kieselsteine im Sommer anders knirschen, als im Winter? Ich liebe das Geräusch von Sommerknirschen. Dazu laue Abendluft auf der Haut und nachts um zwölf die nackten Füße auf noch sonnenwarmen Asphalt setzen.
In der Luft hängt der unverwechselbare Duft von Korn und frischgemähtem Rasen.
Ich hab mein Sommerkleidchen gebügelt und warte jetzt noch genau vier Tage, bis der Sommer kommt. Oder besser, bis ich zum Sommer fliege.
Hoffe, daß der Frühling hier nicht gar so ekelig naß wird. :o)))
2 Klausuren und 6 Tage
bis Südafrika.
Noch immer kein Paß.
Heute darf man mich wieder ansprechen.
Hab meine Festplatte aufgeräumt und bin in süße Erinnerungen gefallen. Jetzt hüpfe ich trampolingleich auf und nieder.
Im Frühjahr 1997 hab ich mich fast täglich mit den vier Mädels getroffen, mit denen ich die Abizeitung gemacht habe. War das ein Spaß. Jule bekam nach spätestens einer Stunde wilde Lachflashs und hatte merkwürdige Ideen, die niemals ihren Weg in die Zeitung fanden, uns aber ernstlich an ihrem Geisteszustand zweifeln ließen. Kathi entdecke ihre Vorliebe für Badelatschen und ließ sich fortan niemals mehr ohne blicken. Außerdem vertrat sie schon aus Prinzip die konträre Meinung. Mann, haben wir uns gezofft. Tina war der ruhende Pol im Chaosund brachte uns ganz schön auf Zack, wenn es nicht so lief, wie es laufen sollte.
Ich sollte ihnen allen mal wieder schreiben. Weil ich nämlich ganz viel an sie denke, auch wenn ich mich nicht melde. Zumindest eine Postkarte aus Südafrika kriegen sie. Das habe ich mir fest vorgenommen.
In jedem Fall habe ich diese wunderschöne In-Out-Liste beim Stöbern gefunden, die ich der Menschheit nicht vorenthalten wollte.
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2 Klausuren und 7 Tage
bis Südafrika.
Noch immer kein Paß.
Ich gönne mir heute den Luxus richtig fies gelaunt zu sein. Ganz ganz ganz mies. Bin weiß Gott zu genervt, um noch irgendwelche Egos zu streicheln. Habe keine Lust, mich für irgend etwas zu rechtfertigen, oder mir Argumente anzuhören, die anfangen mit "Die meisten Leute.."
Der Fachhochschulball geht mir gewaltig auf den Keks, genauso, wie diverse Menschen, die mit ihrer Erwartungshaltung meinen Alltag versüßen. Insbesondere, wenn es sich um Handlangerarbeiten handelt, die den betreffenden Personen zu viel werden.
Der nächste, der meint, mich als blondes Dummchen darstellen zu können, kriegt eine gewischt, daß es sich gewaschen hat.
Ich habe es satt, daß Männer ankommen und mir helfen wollen. Helfen wobei, möchte ich wissen. Wenn ich etwas wissen will, weiß ich, wo ich es nachlesen kann. Wenn ich dann noch Fragen habe, frage ich. Aber eine Frau.
Weshalb ist das so schwer zu verstehen, daß ich niemanden brauche, der mir etwas abnimmt. Ich will es
selber machen. Brauch niemanden, der mir meinen Schreibtisch repariert. Wenn es mich nervt, daß er schief steht, greife ich selber zum Schraubenzieher.
Und wenn ich schon mal dabei bin: Sollte noch jemand meinen, zu meinem ziemlich beträchtlichen Arbeitspensum etwas hinzufügen zu müssen, werde ich den an die Wand stellen und mit einem Baseballschläger tätscheln.
Ich hab genug zu tun. Ich brauche keine zusätzliche Arbeit. Wirklich nicht. Bin voll ausgelastet. Es gibt etwa (grob überschlagen) 30.000 Sachen, die vor Südafrika erledigt werden müssen. Und ich werde ziemlich (ZIEMLICH!) ungemütlich, wenn noch jemand etwas von mir will. Macht Euren Kram alleine. Ich erledige überflüssiges Zeug in einem halben Jahr. Wenn überhaupt.
Ja, ich bin gereizt. Na und? Jemand was dagegen?
Oh ja, und für "Streichel - mein - Ego - und - sag - mir - wie - toll - ich - bin -" Gespräche bin ich heute auch nicht geeignet. Ü-ber-haupt nicht. Ladet Euren Frust bei jemandem anderes ab. Rebekkas vollautomatischer Kummerkasten mit Verständnismodus hat heute Pause. Dafür zeigt Rebekka "das Biest" die Zähne. Haifischzähne.
Ich sollte jemanden anstellen, der mir genervt die Nasenflügel reibt. Tippt sich so schlecht, wenn ich das auch noch machen muß.
3 Klausuren und 8 Tage
bis Südafrika.
Noch immer kein Paß.
Heute ist Sonntag. Sonntag nach 21 Uhr. Und ich bin ONLINE!!! Weil nämlich jetzt neben dem wunderbar blauen Toaster ein weiterer Gast den Weg in meine trauten Gefilde gefunden hat. Ein Modem. Ein ganz entzückendes Modem, das neben mir glücklich vor sich hin brummt. Jetzt hocke ich hier mit Rotwein und Snickers und freue mich meines Lebens.
Leider war das Kabel nicht lang genug, um den Weg von der Telefonbüchse bis zum Schreibtisch zu überbrücken. Also hab ich PC und Bildschirm quer durch den Raum geschafft. Der Tower steht vor der Tür, der Bildschirm auf mein Wohnzimmertisch. Das Leben ist wundervoll.
Seit Samstag weiß ich jetzt nicht nur, was ein Digeridoo ist, sondern auch, wie eines klingt. Absonderlich war so freundlich seines mitzubringen, als er vorbei kam, um meine Generalprobenpizza zu kosten. Digeridoos sind klasse. Absonderlichs auch. :o)
3 Klausuren und 10 Tage
bis Südafrika.
Noch immer kein Paß.
Die beiden Studenten Willi und Walter mieten am 30.01 1999 zum 01.02. von der Witwe Greisig gemeinschaftlich ein Zimmer in Stendal an.
Willi, der für seinen freigiebigen Lebenswandel bekannt ist (sein Alkoholkonsum ist enorm, das Blasenfassungsvermögen druch Training und aufgrund organischer Veränderungen inzwischen auch und unter 1,2 Promille sinkt sein Alkoholpegel nie), bleibt der Vermieterin die anteilige Miete schuldig.
Manchmal denke ich, daß meine Professoren bei der Formulierung ihrer Prüfungsaufgaben ein wenig mehr Ernsthaftigkeit walten lassen könnten.
Heute war ich (mal wieder) auf dem Einwohnermeldeamt. Man höre und staune, es gibt tatsächlich berechtigte Hoffnung für mich, meinen Paß im Lauf der nächsten Woche in den Händen zu halten.
Obwohl Madame Amt meinte, sie müsse mal eben kurz ihre Macht demonstrieren und mich anranzen, weil ich Stendal als Nebenwohnsitz habe. Blöde Zicke. Ich hab zurück geranzt. Da kenn ich nix. Wo kämen wir denn dahin, wenn jede schlecht gefärbte Aushilfsblondine mich anranzen kann, weil sie ein kleines bißchen Amtsgewalt hat. Unglaublich.
Samstag wird fein. :o))))
4 Klausuren und 12 Tage
bis Südafrika
Milky Way und Cola, sowie Creatures bis nach zwei Uhr. Das Leben ist irgendwie herrlich.
Regenwetter deprimiert mich. Warum stürzt die Welt immer ausgerechnet zur Prüfungszeit ein? Warum türmt sich in meiner Küche der Abwasch? Kann der sich nicht selbst erledigen? Warum spuckt das Fax meine Geburtsurkunde in Miniatur aus? Warum hab ich immer noch keine Ferien.
Aber hey, es sind nur noch 5 Klausuren und 13 Tage bis Südafrika. :o)
Und ich habe immer noch keinen gültigen Paß. :o(
Aber dafür habe ich
- Meinen Hintergrund kleiner gekriegt. Jetzt ist er nur 18 kb groß. Ist doch mal ein Anfang.
- Den Gockel endlich mitgebracht
- und bei der Gelegenheit auch gleich Das Telefon II und einiges anderes, das ich jetzt nicht im Kopf habe, aber im Laufe des Tages hochladen werde.
- wenn ich denn schon mal dabei bin hab ich auch gleich zu geschlagen, was die Ehrenspatzen betraf.
- und mich bei Harlequin ausgetobt.
Sindy hat sich den Flachwitz der Woche verdient. Letzte Woche Freitag ist mein Rädle gemopst worden. Die beinahe unwirklich Erlebnisse auf dem Polizeirevier (die ich denn auch noch mal in einer Kurzgeschichte verbraten werde) teilte sie als wahre Freundin mit mir. Gestern erzählten wir die Geschichte jemandem und stellten außerdem fest, daß alle, aber wirklich alle einen Schnauzer trugen. Sindy nickte versonnen und meinte: "Und sie waren alle grün angezogen."
Es ist immer so niedlich, wenn sie sich mit unschuldigem Gesichtsausdruck und völlig ernsthaft die wildesten Brüller reißt und erst in dem Augenblick, in dem sie sie ausspricht, erkennt, was sie da eigentlich sagt. Zum Beispiel die Sache mit Freud.. ach ne, ich hab ja versprochen, daß ich die keinem erzähle. :o)
Studenten haben generell zu wenig Geld. Dies ist ein Fakt. Studenten hätten gern mehr Geld. Auch das ist bekannt.
Hier findet sich ein elementarer Interessenkonflikt. Unerfüllte Bedürfnisse wabbern rund um die Hochschule ohne jemals mit echter Kaufkraft ausgestattet zu sein. Die Armanispitzenunterwäsche, die Freizeityacht, die Eigentumswohnung, das Handy.
Man nenne, was man will überall stößt man auf den schnöden Mammon. Schnöde hauptsächlich deshalb, weil fehlend. Reiche Leute benutzen den Begriff "schnöder Mammon" so gut wie nie. Das tun nur Arme, die ihre Verachtung für die Konsumwut der Begüterten ausdrücken wollen, die sie so gern teilen würden.
Das aber nur am Rande.
Schon der Einkauf eines simplen Gebrauchtwagen wird zum finanziellen Fiasko - wenn er denn überhaupt stattfindet und nicht im geistigen Nirwana eines ewigen Fußgängers verschwindet.
Besonders am Ende des Monats nähert sich die Kaufkraft rapide dem Werte null. Die Taschen sind leer, der Kühlschrank ist es auch.
Wie schön war doch ehedem die Zeit, als Hotel Mama einen mit allen lebenswichtigen Vitaminen versorgte. Nett angerichtet und mit Petersiliensträußchen verziert. Pünktlich zum ersten Magengrummeln kam prompt der Nahrungsschub.
Schlaraffenland quasi, wenn auch die gebratenen Tauben nicht durch die Luft flogen und keine Schokoladenbäume direkt vor dem Bett ihre schwerbeladenen Äste ausstreckten. Fürsorge und Ernährung waren gesichert.
Die mannigfachen Übel, die mit dem Hotel Mama einher gingen, schienen damals unerträglich. Das morgendliche schlechte Gewissen, weil man gerade erst heimgekommen war, das Vorbeischleichen an der elterlichen Schlafzimmertür, die diversen Diskussionen über den Sinn und Zweck eines aufgeräumten Zimmers. Bespiele gibt es zuhauf.
Heute jedoch scheinen diese ständigen Gründe für Missstimmung nichtig und sekundär zu sein. Höchste Priorität hat allein die Füllmenge des eigenen Magens - und diese ist mehr als kümmerlich. Kurz nachgedacht und Entscheidung gefasst. Weg mit der Eigenständigkeit und her mit den geregelten Mahlzeiten.
Aber halt: der sichere Hafen, als welchen man den heimatlichen Haushalt wähnte, hatte ja als Anlegestelle bereits gekündigt.
Kaum zu fassen. Anstatt den schmerzlichen Verlust gebührend zu würdigen, konnten die Eltern es kaum abwarten, die Tür hinter dem zukünftigen Selbstversorger zu schließen. Der Spross zieht in die Welt hinaus, um selbige zu erobern und die Hinterbliebenen schmeißen eine "Endlich-Issa-Wech" - Party.
Ein Trauerjahr wäre doch nicht zuviel verlangt gewesen, oder? Nein! Das ehemalige Refugium aus Kinderzeiten wird gnadenlos niedergemetzelt. Tapete mit niedlichen Regenbogen runter von der Wand, klassisches Muster rauf. IKEA-Jugendzimmereinrichtung raus, Klavier rein. Fertig ist das Musikzimmer.
Wenn Eltern anfangen zu renovieren, ist Obacht geboten. Dann rechnen sie nicht mit baldiger Rückkehr und hoffen vermutlich auch, dass der Nachkomme in absehbarer Zeit fähig ist, sich selbst zu versorgen.
Was im Klartext bedeutet: Keine Finanzspritzen mehr aus heimischen Gefilden.
Was weiterhin bedeutet, dass anfangs erwähnte Wünsche in noch weitere Ferne rücken.
Da hilft nur eins - abgemagert und mit tiefen Augenringen zu Hause auftauchen.
Das sollte den Effekt haben, dass das von Mutter/Vatergefühlen überwältigte Elternpaar, Nahrung heranschafft und mit einem Scheck alle Probleme aus der Welt schafft. Wunderbar. Die Welt ist gerettet und das Versorgungsproblem fürs erste gelöst.
Ich sollte mal wieder nach Hause fahren.
Hochschulblatt der FH Stendal
Auf Paßphotos sehe ich immer so aus, als würde ich in meiner Freizeit kleine Kinder auf Holzspieße stecken und durch rote Karamelsauce ziehen. Oder als würde ich gerade krampfhaft versuchen, etwas aus meinen Zähnen zu puhlen. Oder als würde ich versuchen die Reste der roten Karamelsauce aus meinen Zähnen zu pulen.
Mit diesen schauderhaften Paßphotos, auf denen ich leicht schmierig grinse, war ich dann heute auf dem Amt und habe kraft des mir verliehenen Charismas versucht, die Menschlein davon zu überzeugen, daß ein neuer Paß dringend von Nöten wäre. Und zwar am liebsten noch vor Südafrika.
Allein die Leute wollten das durchaus nicht begreifen. Wahrscheinlich sehen sie auf Paßphotos noch greulicher aus. Oder sind durch den tagtäglichen Umgang mit eben solchen bereits abgestumpft. In jedem Fall habe ich noch keinen neuen Paß. Und bevor ich einen kriege muß ich bestimmt noch tausend mal in Unna anrufen und mit dem dortigen Bürgeramt ringen.
Ich hasse Behörden!!
Dann gibt es diverse neue Mitglieder im Ehrenspatzenclub, um die ich mich kümmern werde, wenn ich ihre Beiträge zu meiner Sammelwut hochgeladen habe. Wird (hoffnungsfroh) heute nachmittag sein.
Angel hat einen entzückenden Spatzen gemalt, der eigentlich eine Kohlmeise ist. Ich nehm das aber nicht so genau. Wenn sie es mir nämlich nicht geschrieben hätte, wäre ich nie drauf gekommen.
Anna, die selbstverständlich nicht klein ist, es sei denn man legt Wert auf eine deformierte Nase, hat die Geschichte vom Ulmer Spatzen gefunden und gemailt. Dazu auch noch ein Bildchen. Wunderbar alles. Ich suche bereits nach dem geeigneten Platz.
Ich hab da so eine Liste. Eine Liste mit Leuten, die mir komplett egal sind. Leute, auf die ich nicht den Hauch von Energie verschwende. Leute, die ich drei Jahre lang nicht sehen könnte, und es wahrscheinlich noch nicht einmal merken würde.
Dieser Liste habe ich jetzt wieder ein paar Leute hinzugefügt. Handelt sich um Menschen, die scheinbar kein nennenswertes Privatleben ihr eigen nennen und sich deshalb auf das Anderer stürzen.
An und für sich ihr Problem, wenn sie beim Stürzen beachten würden, daß es ein außerordentlich erfülltes Privatleben ist, welches sich auf ihrer Landebahn ausbreitet. Bedauerlicherweise drehen sie mein Leben so lange und geduldig bis das eines kompletten Losers draus wird. An sich wäre mir das auch egal. Aber sie REDEN auch noch drüber. Und versuchen ihrem erbärmlichen Schatz an Beweisen weitere hinzuzufügen. Indem sie beispielsweise Freunde von mir mit Fragen trietzen. Wo ich sei. Was ich mache. Und warum in aller Gottes Namen ich nicht so wunderbar langweilig sei, wie sie selbst.
Gut, das fragen sie nicht. Aber ich denke, das ist es, worauf es hinaus läuft.
In letzter Zeit habe ich mich immer öfter gefragt, warum ich ausschließlich verrückte Leute kenne. Ich denke hier liegt des Rätsels Lösung. Die anderen verstehen mich einfach nicht und geben mir das Gefühl, ich würde etwas Falsches tun, wenn ich so bin, wie ich bin. Daher landen sie früher oder später auf meiner persönlichen Ignoreliste. Und genau betrachtet finde ich das gar nicht mal so schlecht.
Ich hab schon so genug zu tun, ohne mich über Idioten aufzuregen, deren einziger Lebensinhalt darin besteht, anderen Leuten dumme Spitznamen zu geben oder sich über deren Gedeih und Verderb Sorgen zu machen.
Es gibt auch eine andere Liste, die wächst. Langsamer zwar, aber unaufhaltsam. Nämlich die Liste mit Menschen, die mir was wert sind. Absonderlich eigentlich, wie alles so vor sich hin wächst. (Nein, diese Wortspiele. Und das nach durchwachter Nacht ;o))
Es regnet wie aus Eimern, windet und ist so ungemütlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Ich fühl mich mies, mieser am miesesten.
Manchmal ist das Leben so anstrengend, daß man mit dem Kopf gegen die Wand rennen möchte. Immer und immer wieder. Bis es irgendwann aufhört, weh zu tun.
Dann braucht man bestimmt auch nicht mehr alle Kraft, um sich festzuhalten und muß nicht mehr krampfhaft sich auf etwas anderes konzentrieren.
Das ist der Trost: Es kann nur noch besser werden. Wobei man da niemals ganz sicher sein sollte.
Ich werde heute einfach die Decke über den Kopf ziehen und abwarten. Es muß einfach wieder besser werden. Es muß.
Warum darf eine halbe Stunden einen so aus der Bahn werfen?
Zum Thema: Heute morgen in meiner Mailbox.
Absonderlich, Du bist klasse. Das kommt sofort in mein Sammelalbum.
Langsam entwickele ich mich zur richtigen Nachteule. Habe tiefe Ringe unter den Augen undeinen irren Blick. Vielleicht sollte ich wirklich mal darüber nachdenken, durchzuschlafen.
Gestern nacht hab ich den Energiekick gegen vier Uhr gekriegt und angefangen zu bügeln. Gelernt habe ich auch und ein paar Geschichten angefangen und weiter geschrieben und mitunter auch fast fertig.
Ansonsten nimmt alles den üblichen Gang. Kurz vor den Prüfungen gerät alles in wilde Panik und rennt mit Stapeln voller Aktenordner von einem Gebäude zum nächsten. Dazwischen liegt eine Straße. Eine Holpersteinpflasterstraße. Seitdem die Uchtebrücke gesperrt ist, fahren hier etwa doppelt soviele Autos her, wie normal. Daher haben wir eine weitere Trendsportart entwickelt. Extreme Street Hopping.
Unter Prüfungsstreß sind Studis noch sehr viel verträumter, als normal. Ich warte darauf, daß mal jemand angefahren wird. Hoffentlich hatte der dann keine wichtigen Aktenordner dabei.
Revival des Spatz-o-Diario.
So, die umfangreiche Renovierungsphase ist beendet. Nächtelang habe ich wach gesessen und gestaltet, geframet, geschrieben..
Ein paar Sachen fehlen noch, einfach weil noch nicht komplett. Selbstredend habe ich sie schon verlinkt. ;o) Wenn also ein paar links ins Leere führen - nur keine Panik. Das ist kein Loch im Nest, sondern einfach ein.. äh.. sagen wir.. Loch.
Ich hab fast überall was verändert, neu geschrieben, Ergänzungen gemacht.. die liste ich jetzt hier nicht einzeln auf. Guckt halt durch.
Vorn an der Anmeldung beim Arzt:
Sie: "Waren Sie schon einmal bei uns?"
Ich: "Nein."
Sie: "Haben Sie Ihr Kärtchen dabei?"
Ich: "Nö."
Sie: "Tja, dann..."
Ich: "Ich bin privat versichert."
Sie: "Ach sooo." spontan drei Grad freundlicher "Worum geht's denn?"
Ich: "Ich brauch 'ne Hepathitis A und B Impfung und eine gegen Typhus."
extra laut
Wartezimmer: zusammenzuck
Das Problem mit dem freien Platz war damit gelöst. Wenn die Patienten allerdings aufgepaßt hätten, hätten sie gemerkt, daß ich mich nicht behandeln lassen wollte, sondern impfen. Damit ich es nicht kriege.
Jetzt habe ich am linken und rechten Oberarm ein Pflaster. Außerdem ist mein Body de Lux 300 DM wertvoller. Und ich habe einen blauen Fleck, links. Weil die Fertigspritzen nicht spitz genug sind und quasi richtig reingerammt werden müssen.
Glücklicherweise bin ich hart im Nehmen. Habe nicht geschrien, oder so. Gut, ich hab die Ärztin gezwungen, eine Nadel zunehmen, die normalerweise den Säuglinge vorbehalten ist,aber ich HAB mich pieksen lassen. Und das ist, was zählt.
Mein Leben bewegt sich mal wieder schneller, als die Achterbahn. Ich befürchte, daß es irgendwann zu schnell für mich sein wird und ich mich ganz lang auf die Nase lege. Noch halte ich aber Schritt.
Passiert ist folgendes:
Meine Lieblingsmaus Sindy hat schon seit einem Jahr ihr Auslandssemester geplant. Nach Südafrika wollte sie, weil die FH da auch eine Partneruni hat. Fest miteingeplant war eine weitere Person, die jetzt abgesprungen ist.
Also stand Sindy bei mir im Flur und beschwerte sich bitterlich darüber, daß die Dekanin sie verdonnert hätte, Ersatz zu besorgen. Daß einen Monat vor Semesterende jeder bereits fest zugesagt hätte und überhaupt.
Während dieses Monologes wedelte ich mit beiden Händen vor ihrem Gesicht her und zeigte euphorisch auf mich.
Nachdem ich den Hörsturz aufgrund ihres Freudenschreis überwunden hatte, rief ich meine Eltern an, um ihnen von der spontanen Planänderung zu berichten. Genau gesagt, um zu fragen, ob sie etwas dagegen hätten, wenn ich statt nach Holland nach SÜDAFRIKA ginge.
Hatten sie nicht. :o)
Jetzt - vier Tage später - ist der Flug gebucht, mein Reisepaß verlängert, ich bin geimpft, meine Oma ist schockiert und meine Eltern rufen täglich an, um aufgeregt zu fragen, ob sich irgend was Neues ereignet hätte.
Ich glaub sie gehen davon aus, daß bei mir alles holterdipolter passieren muß. Irgendwie haben sie damit gar nicht so unrecht. Ich liebe schnelle Entscheidungen. Nichts ist so klasse, wie der Adrenalinkick, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, oder man einen spontanen Geistesblitz in die Tat umsetzt.
Ich liebe es, nachmittags um fünf am Bahnhof zu stehen, zu denken, daß ich jetzt Lusthätte, irgendwo hin zu fahren und
es zu tun.
Südafrika braucht dann aber doch ein bißchen mehr Vorlauf. Am ersten März geht mein Flieger.
Der Vorschlag kam auf (oder besser: es wurde mir nahegelegt und flugs als bestehende Tatsache verbreitet, damit ich keine Möglichkeit hätte, einen Rückzieher zu machen) eine Abschiedsparty zu schmeißen.
Nur mal hypothetisch gefragt: Wer von der DC hätte den Lust und Zeit und überhaupt am 27.oder 28. Februar nach Unna zu kommen? (Wirklich, nur rein hypothetisch!)