Baum

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a sparrow, not a feature

Novemberfeeling

sparrow | 13. November 1999, 13:50 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Richtiges Kaffeewerbungsfeeling kriegt man nur mit zünftigen Pyjamas hin. Und wenn ich Pyjama sage, dann meine ich keinesfalls Schlafanzüge, sondern die richtigen, die mit den Knöpfen und der einen Tasche rechts.
Mit einem ordentlichen Pyjama macht Wohlfühlen noch sehr viel mehr Spaß. :o)

Allen Ungläubigen habe ich es heut mal wieder gezeigt. Ich weiß natürlich nicht, in wie weit die Ungläubigen sich dessen bewußt sind, ein Grund mehr, diesen Umstand im Diary zu erwähnen.
Ich habe nämlich gekocht und zwar richtig feudal. Filet im Rock mit Käsesauce, Kroketten, Erbsen und Möhren und Mövenpickeis zum Nachtisch.
Ich erzähle selbstredend nicht, daß ich eines der berühmten Mogelrezepte meines Papas geklaut habe.
Ein Mogelrezept bedeutet im Grunde nichts weiter, als daß das Essen super fesch aussieht, super lecker schmeckt, aber super einfach zuzubereiten ist. Spatzensicher sozusagen.
Außerdem hatte ich Hilfe, die mir ständig im Weg herumfuchtelte und mir mit einer gewissen Genugtuung den Pfefferstreuer aus der Hand nahm, um selber zu würzen.
Irgendwie ist es symptomatisch, daß Leute ständig versuchen, mir Kücheninventar aus der Hand zu nehmen. Sindy zum Beispiel ist pfeilschnell zur Stelle, wenn ich ein Messer auch nur anschaue. Mathias ist da keine Ausnahme.
Für Küche und Haushalt war ich halt noch nie geboren.

Draußen nebelt es seit Tagen. Eine Waschküche ist nichts dagegen. Der November schlägt voll zu.
Es ist eine seltsame Stimmung, die Schritte werden gedämpft und aus der weißen Wand vor/über/unter mir dringen seltsame Töne an mein Ohr. Die Wildenten ziehen gen Süden. Man hört das Quaken und sieht schemenhaft die V - Formation. Ich liebe Herbst.
Am liebsten mag ich es, wenn es nicht regnet und man mit Schwung und Genuß durch die Blätterhaufen pflügen kann, die umsichtige Mitbürger am Straßenrand aufgefegt haben.
Im Radio haben sie gesagt, daß eine relative Luftfeuchtigkeit von 99% herrscht. Ein Prozent mehr und ich brauche einen Schnorchel. Kalt ist es auch, wird Zeit, daß ich meinen Schal fertig stricke.

Auf ewige Freundschaft hakeln, bedeutet manchmal rein gar nichts. Und manchmal bin ich noch nicht einmal enttäuscht oder verletzt, sondern nur verwundert.
Warum verhält sich X, wie sich X verhält? Warum sagt Z nicht klar und deutlich, was Z denkt? Und warum möchte Y keinen Kontakt mit mir, obwohl der Kontakt dann ohne mein Wissen über Dritte gehalten wird. Ich darf nicht, aber Y darf.
Abmachungen sind Abmachungen und sich nicht daran zu halten, ist unfair.
Kein Kontakt sollte doch wohl auch heißen, kein Kontakt mit dem Umfeld, oder? Kein Kontakt sollte heißen, keine stundenlangen Gespräche mit X und Z.
Der Teufelskreis wird so nicht unterbrochen. Die alte Formel gilt immer noch. Geht es mir schlecht, geht es Y gut, denn es heißt ja, daß ich für und an Y fühle und denke.
Ich bin verwundert und resignativ. Und so unendlich müde, ob der ganzen Situation.
Ich schließe die Tür hinter mir, drehe den Schlüssel zweimal um und verbarrikadiere den Eingang, um irgendwann strahlend wie Phönix aus der Asche wieder auf der Straße zu erscheinen.
Würde nicht jemand ab und zu dreimal klopfen, ich glaube ich würde.. ich weiß nicht...

Durchwachte Nächte

sparrow | 11. November 1999, 13:49 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Es ist jetzt 6.01 Uhr, also eigentlich schon der 12. November. Aber Morgen ist ja erst immer nach dem Schlafen.
Ich bin fertig. Endlich, endlich habe ich den Overkill upgedatet, alles andere auch ein bißchen nachgestrichen und tada die Blinkepage fertig gemacht. Sie sieht grauselich aus und ich bin wahrhaftig stolz.

Zwei Aussagen möchte ich hier zitieren:
"Du schreibst nicht viel Persönliches in Dein Diary, oder?" und "Bist Du vorsichtiger geworden? Irgendwie fehlt die Euphorie..".
Recht haben beide. Ich bin tatsächlich vorsichtiger geworden. Wenn ich mir die Einträge vom letzten Herbst durchlese.. Weia, ich war so fürchterlich verliebt und so himmelhochjauchzend. Das bin ich auch jetzt, wenn auch anders. Aber tatsächlich: Das, was ich nie wollte, ist passiert. Mein Diary dümpelt irgendwo am Ufer der Oberflächlichkeit vor sich hin.
Ich wollte nie Weltpolitisches behandeln, noch wollte ich so intim und persönlich werden, wie zum Beispiel MarinaNara. Aber doch wollte ich ein bißchen von mir preisgeben. Nun, wo ich es entdeckt habe, werde ich versuchen, es zu ändern. Oder zumindest ein gutes Mittelmaß zwischen Vorsicht und Offenheit zu finden.
Von der Schlammschlacht der letzten Wochen mag ich nichts berichten. Es ärgert und verletzt mich, wenn eine Beziehung und eine Freundschaft auseinanderbricht und dann nichts übrigbleibt, als üble Nachrede und Hetze. Obwohl ich mit einer Mischung aus Zufriedenheit und Entsetzen feststelle, daß es mich eigentlich recht wenig berührt.
Zufriedenheit, weil ich nicht mehr so leicht verletzbar bin. Entsetzen aus dem selben Grund. Bin ich abgestumpft und resigniert? Oder einfach nur härter im Nehmen? Keine Ahnung, vielleicht finde ich es raus. :o)

6.16. Ich werde schnell alles hochladen und dann meinen Herzallerliebsten wecken. Dessen Wecker hab ich schließlich geklaut. Und irgendwie muß der arme Kerl ja aus dem Bett kommen. :o)

Ostwestfalen-Touring

sparrow | 07. November 1999, 13:45 | ganz alter Kram | [0] Kommentare



Ich liebe Wochenenden. Im Grunde könnte ich nur für die Wochenenden leben. Die gesamte Woche über im Bett bleiben, ab und an mal aufstehen, um ein Nutellabrot zu verzehren und ansonsten still und heimlich vor mich hinträumen.
Was brauch ich die Welt, die Welt braucht mich schließlich auch nicht.
Ohne Probleme könnte ich mich fünf Tage lang in meine schicke neue Satinbettwäsche (danke Mama) kuscheln und den Tagesablauf nur nach Fernsehserien definieren. (Talkshows sind nach wie vor Müll. Und sie werden auch nicht besser.)

Dieses Wochenende war der Spatz mal wieder auf Reisen und zwar (allein wegen der Landschaft, klar doch) in Ostwestfalen. Eine wirkliche zauberhafte Gegend. New York City meets rural Africa. Hehe. Obwohl sie ja doch alle fließend Wasser haben. Glaub ich jedenfalls.
Reisen mit Rüter Tours. Kann ich nur empfehlen. Die freitägliche Sightseeingtour.. schade nur, daß ich meinen Photoapparat vergessen habe. The Box stand auf dem Programm. Nein, wir haben uns nicht den gesamten Freitag in einem Pappkarton aufgehalten und die Architektur bewundert. Eine Musikbox war das und damit seine Stammdisco.
Menschengucken: Mädchen mit bleichgeschminkten Kindergesichtern und tiefroten Lippen, die Augen dunkel geschminkt. Kunstvoll aufgesteckte schwarze Haarteile und transparente Spinnennetzshirts über schwarzen BHs. Stilecht mit langen schwarzen Handschuhen, in denen Zigaretten zitterten.
Daneben Herren mit T-Shirt Aufschriften: "Praise the Whore 666". Äh ja.
Zu spät geborene 68er in Schlabberpullis und sorgfältigem "Ungepflegtoutfit" und dazwischen wir. Welch passender Mix.
Aber man kann sich ja überall anpassen. Eine gelangweilte Miene, ein arrogantes Schlürfen am Gin Tonic, blasiertes Kopfgewippe zur Furchtbarmusik und man fügt sich ohne weiteres ein.

Dann wildes HTML-Gewurschtel. Ein Hoch dem Editor von [http://www.meybohm.de]Ulli Meybohm[/url].
Es wird gelb. Wer hätte das erwartet. :o))) Mit blauer Schrift. Auch das ist eine Überraschung.
Diese Gelbmanie muß aufhören. Ich seh mich schon meinen wunderbar waldmeistergrünen Blätterhintergrund gelb... äh.. nein, da will ich gar nicht dran denken.

Wenn ich jemals reich werde, werde ich ein Traumbad haben, mit einer riesengroßen Badewanne und einem Dschungel aus Grünpflanzen. :o)))))

Nach wie vor habe ich nichts gegen Sachsen. Und manche Rotschöpfe sind mir lieber als andere. Obwohl ich blonde Ostwestfalen lieber mag als rotgeschopfte Sachsen.