Baum

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a sparrow, not a feature

Kettenkauf

sparrow | 28. April 2007, 22:53 | Shopping | [0] Kommentare



Als Konsument hat man im Grunde ja nur eine Chance: gezielte und konsequente Konsumverweigerung.

Ich mag Ketten nicht. Ich finde es ultraöde, wenn die exakt selben Geschäfte mit dem exakt selben Layout und den exakt selben Möbeln und dem exakt selben Sortiment und dem exakt selben gelangweilten Personal in allen Fußgängerzonen weltweit zu finden sind.

Besonders das gelangweilte Personal langweilt mich. Ich will beraten und mich gut aufgehoben fühlen. Ich mag es, wenn jemand für mein Geld mir nicht nur mit einem falschen Lächeln das Produkt in die Tüte packt, sondern vorher meine Dissonanzen aufgelöst und bereinigt hat. Dafür gebe ich - z.B. bei meinem Lieblingsschuhgeschäft Felzmann - auch gern mehr Geld aus.

Die einzige Ausnahme bisher war der Ratzetzky Ecke Rumford- / Zweibrückenstraße, die ein unglaubliches Gefühl dafür haben, nach welcher "Idee" man sucht und ungefragt Zeugs anschleppen, welches man selber nicht in 100 Jahren anprobiert hätte, was aber dann genau das ist, was man haben will.

Läden, die ich gern meide sind unter anderem H&M, Deichmann und Douglas. Der Douglas hat aber heute einen großen Schritt zur Ehrenrettung getan. Die Mädels in der Theatinerstraße sind einfach nur saugeil.

Ich rückte an mit einer wilden Beschreibung: "So eine Duftkerze, weiß und viereckig, riecht irgendwie blumig, aber nicht nach Rosen, mehr so nach Frühling."
Die Kaufingerstraße versagte auf der ganzen Linie. Hab'm wa nicht, hatten wa auch nie, kriegen wir auch nicht wieder rein.
Die Theatinerstraße hörte mit geneigtem Kopf aufmerksam zu und schleppte mich zu Regal 1: "Das ist zwar nicht ganz das, was Sie suchen, riecht aber vielleicht ähnlich." Treffer eins. Das hätte ich fast gekauft, hätte sie mich nicht weitergezogen zu Regal 2: "Wie ist das? Das ist weiß und viereckig und riecht nach Narzissen" Treffer zwei. Meins.
So muss man sein Sortiment im Griff haben.

Leider war ich so begeistert, dass ich an der Kasse nicht aufgepasst habe. Mir wurden heimlich Pröbchen ins Tütchen geschmuggelt.

Dieter, Max und überhaupt

sparrow | 25. April 2007, 10:48 | Daily Sparrow | [1] Kommentare



Max, der Unangepasste, der Rocker, der Mini-Rebell mit schiefer Krawatte und Lippenpiercing hat DSDS verlassen. Oder ist rausgeschmissen worden. Oder hat RTL erpresset. Whatever.

Unser allerliebster Stänkerer, der Dieter konnte noch nie widerstehen, wenn man ihm öffentlich eine Plattform bot, um jemanden anderes genüßlich niederzumähen, tritt auch diesmal nach:



Im Gegensatz natürlich zu den anderen Superstars, die Deutschland bereits gesucht und gefunden hat.

Online spielen

sparrow | 22. April 2007, 01:23 | Daily Sparrow | [1] Kommentare



Wenn sich Online-Marketeers zu einem Offline Spieleabend treffen, kann das zu aufschlussreichen Gesprächen führen. Welche Schlüsse muss jeder für sich allein entscheiden. Hier aber die schönsten Gesprächsstücke des Abends:

"Da musst Du den Nagel in Wand klicken"


Nach dem Ziehen der Ereigniskarte "Gehe vor bis zum Opernplatz":

"Oh! Der Opernplatz hat Type-In Traffic"


Beim kurzfristig abgelittenen Gespräch über Schwangerschaften:

"Da besorgt man sich halt eine Hebamme über myhammer.de "


Weitere feine Zitate ohne Onlinereferenz aber mit Trivial Pursuit:

"Die Antwort weißt Du"
"Nein"
"Doch"


"
"[blablabla] Stunde des Siegers"
"Wohl eher nicht Deine Stunde"

Musik und Hirn

sparrow | 22. April 2007, 00:21 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



Die blöde Truppe von Teenagern, deren Namen ich vergessen habe, weil sie nur ein 1-Hit-Wonder waren und überhaupt völlig unrelevant. Diese Truppe auf jeden Fall, die irgendwann in den Neunzigern sich den Song "Stand by me" vornahmen und diesen verstümmelten und kastrierten, die würde ich gern hauen.

Denn wenn ich wunderschönen Strophen höre ergänzt mein Hirn monotonen Sprechgesang.

Aaaah.

"Stand by Me" ist ein Lagerfeuerlied, wo jemand mit Klampfe da sitzt und alle zuviel Rotwein getrunken haben und melancholisch ins Feuer starren. Irgendwer meint, er könne gut singen und trällert lauter als die anderen, obwohl er eigentlich eher ruhig sein sollte - häufig bin ich das.
"Stand by Me" ist KEIN Lied für monoten Sprechgesang.

Mein Glück, dass ich nicht Olli P. krächzen höre bei Flugzeuge im Bauch, sondern nur Herbert Original.

Bei den Textzeilen
"forder das große gefühl
durchquer den hades zum ziel
surf auf dem scheitelpunkt des lichts"


bin ich wieder auf meinen Balkon in Stendal, damals bevor es schlimm wurde. Die Sonne scheint und es ist 30° im Schatten. Die häßlichen Plattenbauten geben sich friedlich und träge in der Hitze. Die Aluminiumverschalung des Hauses gegenüber fängt die Sonne ein, multipliziert und gibt gleißend hell zurück. Die Luft schmeckt nach dem trockenen Sand, der sich als Rasen verkleidet rund um die Häuser gelegt hat. Ich selbst lege die Füße hoch und bin eigentlich ganz zufrieden.

Sunshine, Sunshine Reggae

sparrow | 17. April 2007, 23:10 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



Seit Sonntag ist meine offizielle Biergartensaison für eröffnet erklärt. Das letztjährige Großprojekt, jeden Biergarten in München mindestens einmal besucht zu haben, wird wieder aufgenommen. Mir fehlen noch so ca. 124.

Heute: Augustiner an der Arnulfstraße in Sandalen ohne Socken mit Herrn F.

Der Sommer wird großartig.

Tolle Leistung auch von A. und mir, die wir fast ganz ohne fremde Hilfe nur mit einem Stadtplan durch das Münchener Innenstadtdickicht fanden. Sonst haben wir ja den Ruf hoffnungslos verloren zu gehen, wenn wir gemeinsam mit dem Auto unterwegs sind. Heute allerdings haben wir mit nur einem kleineren Umweg über gemütliche Schleichwege das Ziel erreicht.
Obwohl ich nur schwer verwinden kann, dass sie nicht mit in den Biergarten kam.

Ein ganz anderer Ansatz

sparrow | 15. April 2007, 11:40 | 1-2-3-step | [0] Kommentare



Der Trainer sagt:

"Ihr müsst Euer Paarzentrum aufrecht erhalten, sonst sieht es so aus, als würdet Ihr nicht miteinander tanzen, sondern zufällig zur selben Zeit an der selben Ecke ankommen"


Der Tanzpartner sagt:

"Getrennt marschieren, vereint schlagen."


Seinen martialischen Ansatz finde ich ja ganz entzückend.

Lektion in Demut

sparrow | 13. April 2007, 00:49 | Paralleluniversum | [0] Kommentare



Ich dachte bisher, dass ich mich online ganz gut auskenne. Bis der Herr W.* mir mal kurz das Internet erklärte. Hm. Sicherer ist man, wenn man nur Solitär spielt und zwar nicht übers Netzwerk.


*Herr W. der Spezialist im Unterschied zu Herrn W. dem Tanzpartner und Herrn W. dem Exkollegen. Ich kenne zuviele W.s

Selten so gelacht...

sparrow | 12. April 2007, 23:47 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



... wie heute mittag, als zwei Kolleginnen ihre Asthmasprays austauschten und über Geschmack und Qualität sprachen.

Naja, ich hab gut reden. Ich hab noch nicht mal Heuschnupfen.

Berlin

sparrow | 09. April 2007, 00:59 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



3 Tage Berlin - eigentlich für das "Blaue Band der Spree", aber der Auftritt dort wird sicherlich nicht in die Geschichtsbücher eingehen.

Mein allerliebster Moment: der andere Schatz, der wild zeternd umfassende Verbote für Akkordeon und verwandte Instrumente in der Innenstadt fordert und irgendwann (atonal) eine spontan gedichtete und komponierte Weise anstimmt und damit den armen Akkordeonspieler voll aus dem Takt bringt.

Ich zählte ca. 125 Maredos und bin in keinem einzigen einkehrt. Irgendwann - früher oder später - werden sie aufgeben müssen.

Aprilscherz - voll drauf eingegangen

sparrow | 03. April 2007, 23:48 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



Am Montag erhielt ich einen Newsletter von Jochen Schweizer mit dem Betreff "Im April: Über's Wasser gehen wie Jesus!" und dachte erst, die Jungs und Mädels hätten sich zum Feierabend ordentlich einen eingeschenkt.

Den Aprilscherz erkannte ich erst, als ich versuchte das Dinner unter der Brücke zu bestellen.

image

Klasse gemacht!

nostalgische Momente mit dem Frank-Typen

sparrow | 03. April 2007, 23:21 | Daily Sparrow | [1] Kommentare



Wenn ich Kim Frank sehe oder von ihm höre, muss ich kichern. Immer. Mal ganz abgesehen, dass die Profilneurose des Kerls einfach nur ungeheuer amüsant ist, denke ich immer an meine erste Begegnung mit Harli, der zu einem Projekt drei Tage zu spät kam und zur Strafe den gesamten Freitag Nachmittag mit einem Mädel eine Fan-Homepage für "Echt" bauen musste. Dabei erklärte sie ihm sehr ausführlich, warum "Echt" für sie ein "echtes" Problem darstellte: Der Sänger (Kim Frank) sei ja so arrogant und doof, aber sie hätten so viel gemeinsam! Diese unglückliche Konstellation kann man schon über diverse Stunden diskutieren.
Er warf verzweifelte Blicke in die Richtung der Projektleitung, die aber sehr beschäftigt war mit anderen Dingen und sich heimlich krümelig lachte.

Ich aß Petersiliensträußchen vom Buffet.

Später gab es Sekt.

Testosteron ist ansteckend

sparrow | 03. April 2007, 23:13 | Daily Sparrow | [0] Kommentare



Samstag fand ich mich selbst mit feuchten Augen ob des pathetischen Einmarsches unseres Henrys und ab einem Punkt brüllend und mit beiden Fäusten fuchtelnd hüpfend und "Gib ihm! Hau ihn auf die Gusche! skandierend.

Manchmal sollte man seinen Horizont vielleicht nicht erweitern. Manchmal ist es sehr verstörend, was am Ende des Regenbogens auf einen wartet.

Die Sympathiebekundungen des Publikums war eindeutig (Henry, Henry!), genauso wie die Aufgabenbeschreibung (Auf die Zwölf! In die Fresse!).

Man ermahnte mich bei der Taschenkontrolle am Eingang, dass man zu einem Boxkampf kein Buch mitnimmt. Menno. War doch nur für die U-Bahn. Und auch leichte Literatur.